Berlin : Ohne Kick

Philipp Lichterbeck ist froh, dass Berlin kein Fußballmuseum kriegt

Philipp Lichterbeck

Noch so ein Museum? Wo tote Dinge herumliegen, die man nicht anfassen, geschweige denn mal kräftig treten darf? Pah! Darauf kann Berlin pfeifen. Davon haben wir schon genug, 175, um genau zu sein. Soll der Deutsche Fußball Bund seine Sammlung doch im Ruhrpott zeigen: mürbe Bälle aus den 30ern, ranzige Schuhe aus den 40ern und labberige Trikots aus den 50ern. In Berlin riechen Trikots nach Schweiß und nicht nach Mottenkugeln. Hier wird Geschichte nicht in die Vitrine gepackt, hier wird Geschichte geschrieben. Ja, hier kickt der Bär. Und das im Wochentakt. Beim Pokalfinale werden wieder Tausende auf der Fanmeile sein. Die hätten sie im Westen ja gerne. Passt bloß in kein Museum. „Im Mittelpunkt steht die Erforschung und Präsentation von Objekten zur Geschichte des Fußballs und die Betonung seiner gesellschaftlichen Bedeutung“, heißt es bei den Fußballausstellern. Kinder, dazu muss man doch nicht ins Museum gehen! Aber mit dem Fußball scheint es ja wie mit dem Sex zu sein: Die einen machen’s, die anderen denken drüber nach.

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