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Berlin : Olayinka Shitu darf in Berlin bleiben

07.10.2005 00:00 UhrVon Annette Kögel

Der Flüchtling aus Nigeria wurde als Tänzer im Film „Rhythm is it“ bekannt Innensenator will dem Vollwaisen Aufenthaltserlaubnis für zwei Jahre erteilen

Das Strahlen im Gesicht sieht man beim Telefonat nicht – doch es ist zu hören. „Ich kann bleiben? Das ist so schön.“ Olayinka Shitu, in Nigeria geboren, einziger Überlebender seiner Familie während des Bürgerkriegs und in Berlin seit vier Jahren zu Hause, wird doch nicht abgeschoben. Wie berichtet, drohte der 19-jährigen Vollwaise Ende des Jahres die Ausweisung – weil die Duldung endet. Nun bekam seine Anwältin einen Brief von der Innenverwaltung: Senator Ehrhart Körting will wegen dringender persönlicher und humanitärer Gründe eine Aufenthaltserlaubnis für zwei Jahre erteilen.

Worauf die Verwaltung Wert legt: Die Entscheidung sei gefallen, noch bevor die Medien den Fall Shitu aufgriffen.

Das Schicksal des sanften junges Mannes war öffentlich bekannt geworden, seitdem er mit 15 aus Nigeria nach Berlin geflüchtet war und kurz nach seiner Ankunft als Protagonist in dem einfühlsamen Dokumentarfilm „Rhythm is it“ der Berliner Produktionsfirma Boomtown Media faszinierte. Der Film begleitete das von der Deutschen Bank unterstützte Projekt, bei dem 250 benachteiligte Kinder und Jugendliche zur Musik von Igor Strawinsky tanzten, dargeboten von Sir Simon Rattle und den Berliner Philharmonikern. Da sagte Shitu auch den zurückhaltend vorgetragenen Satz, er sei doch etwas enttäuscht gewesen von den Weißen, weil „ich dachte, sie können alle Englisch“. Olayinka sprach noch kein Deutsch.

Die preisgekrönte Filmproduktion, die noch in vielen europäischen Ländern läuft und selbst in Japan das Publikum in die Kinos lockte, hat den jungen Schwarzen verändert. Er war einer der wenigen Jugendlichen, die keine Berührungsängste mit klassischer Musik hatten, der das Tanztraining sofort ernst nahm und noch jetzt regelmäßig in der „Faster than Light Dance Company“ trainiert. Bei der zentralen Feier zur Deutschen Einheit huschte er in schneeweißem Kostüm vor Vertretern der Bundesregierung in Potsdam über die Bühne. Er machte beim zweiten Philharmonie-Projekt mit und will sich auch für das nächste bewerben. Olayinka Shitu suchte und fand Freunde in der Fremde sowie Halt in der Kirche, lebte erst in einer Jugend-WG, jetzt längst selbstständig. Er arbeitete sich aus der Hauptschulförderklasse hoch, nahm Nachhilfe. Den Realschulabschluss hat er geschafft. In Deutsch wurde es zwar nur eine Vier. „Aber sonst habe ich viele Dreien und Zweien und in Mathe sogar eine Eins.“ Arbeiten durfte er bislang wegen des Status der Duldung nicht. „Doch jetzt hoffe ich, einen Ausbildungsplatz zu finden. Ich will Informatiker werden.“

Gestern traf sich Shitu mit Freunden bei Boomtown Media, sie hatten mit den Regisseuren Thomas Grube und Enrique Sánchez Lansch eine Unterschriftenaktion gestartet. Zum Feiern legt Olayinka nun auch Klassik-CDs auf. „Ich liebe die Musik von Mozart.“

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