Berlin : Olé singen ohne Bälle

Elisabeth Binder

Das Schöne an der Welt ist, dass sie so viele Möglichkeiten bietet. So gibt es eine Vielzahl von Arten, „Olé“ zu singen. Oder den Macho hervorzukehren. Es kann vorkommen, dass eine Trophäe von ferne an ein Phallussymbol erinnert. Aber diesen Part kann auch eine schlichte Gitarre übernehmen. Und wer sagt, dass man was Rundes braucht, um Ballgefühl zu entwickeln? Zum Jonglieren taugen auch Gitarren vorzüglich, aber besser noch eignen sich rohe Eier, weil sie die Sensibilität schärfen.

Obwohl das auch schon mal ins Auge gehen kann. Es gibt eine ganze Menge Orte in der Stadt, an denen man derzeit studieren kann, wie nahe beieinander Chaos und Klamauk liegen, und wie komisch fortgeschrittenes Machotum sich äußert. Zu den vergnüglicheren gehört das Tipi-Zelt am Kanzleramt, wo noch bis Ende Juli die Show „Olé Mucho Comedy – Macho Guitarras“ läuft.

„Nur die Fittesten werden überleben: die Hübschen. Die Alten. Und die Dicken“. Sätze wie dieser sind nicht der einzige Grund, dort mal vorbeizuschauen.

Bei der Platzwahl sollte man unbedingt die erste Reihe meiden, weil man sich sonst allzu rasch in manchmal etwas peinliche Mitspielsituationen begibt. Und in der Pause kann man sich zwischen den Sträuchern auf einen kleinen Weg durchschlagen und sich ein bisschen in die „Kanzleramt“ getaufte, steingewordene Machofantasie gleich nebenan vertiefen. Oder in den Mond. Der ist im Moment nämlich auch nicht rund.

Das Tipi-Zelt im Internet:

www.tipi-das-zelt.de

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