Berlin : Olympia-Bewerbung: Berliner Steuergelder für Olympia? CONTRA von Sigrid Kneist

Olympia kostet Geld, viel Geld. Die 50 Millionen für eine internationale Bewerbung sind noch das Geringste, was auf die Stadt zukäme. Die eigentliche Ausrichtung der Spiele verschlingt etliche Milliarden. Die Kosten für die Sportstätten machen dabei nur einen geringen Teil aus; der größte Teil geht für Infrastrukturmaßnahmen wie ein Olympisches Dorf oder ein geeignetes Verkehrssystem drauf. Nur naive Zeitgenossen glauben, dass man die Investitionen für das größte Sportereignis der Welt privat finanzieren könnte. Natürlich müssen Steuergelder aufgewendet werden, darum wird man nicht herumkommen.

Zum Thema Ted: Soll Berlin Steuergelder für die Olympiade einsetzen? Der Senat hat aber kein Geld zu vergeben, sondern einen gigantischen Schuldenberg abzutragen. Daran wird sich in absehbarer Zeit nichts ändern. Die erste Dekade dieses Jahrhunderts wird unter dem Verdikt des Sparens stehen. Berlin ist nicht in der Lage, für bestimmte Einrichtungen, die bei Olympia benötigt werden, in Vorleistung zu gehen; selbst wenn diese später der Stadt zugute kommen. Angesichts der desolaten Haushaltslage ist das illusorisch. Auf Hilfe vom Bund braucht man da nicht zu hoffen, denn dort sieht es auch nicht viel besser aus.

Die Landesregierung muss sehen, dass sie dringende Aufgaben bewältigen kann, im Bildungs-, Gesundheits- oder Justizwesen etwa; dort fehlt das Geld an allen Ecken und Enden. Diese Bereiche würden wirklich nicht von Olympia-Investitionen profitieren. Planung für Olympia im Jahr 2012 ist ein Luxus, den sich die Stadt derzeit und in den nächsten Jahren nicht leisten kann und sollte, selbst wenn irgendwann ein Gewinn herauskäme. Dies ist eben nicht die Zeit für eine Bewerbung.

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