Berlin : Olympia-Bewerbung: Berliner Steuergelder für Olympia? PRO von Annette Kögel

Bereit für einen kleinen Test? Okay: Lillehammer - woran denken Sie, wenn Sie dieses Wort hören? Richtig. Freundliche Menschen, einzigartige Atmosphäre: Olympische Winterspiele 1994. Die Spiele haben dem Ort zu einer positiven Anmutung verholfen, bis heute. Nun ist Berlin nicht Lillehammer, aber das norwegische Städtchen doch ein Beispiel dafür, wie Austragungsorte auf Dauer von Olympia profitieren.

Zum Thema Ted: Soll Berlin Steuergelder für die Olympiade einsetzen? Es ist schwer, in Mark und Pfennig zu berechnen, wieviel Sydney und Atlanta nach Milliarden-Investitionen unter dem Strich übrig behielten. Wie summiert man Jobs bei Bau, Verkehr, Hotels, Gastronomie, Verwaltung, Technik, Medien, Sport? Die Aufbruchstimmung, die die Stadt beflügeln würde, wäre unbezahlbar. Die Sport-Hauptstadt sollte sich die Anschubfinanzierung leisten. Sie bringt ja bereits eine Menge mit: Schmeling-Halle, Velodrom, das Olympiastadion wird gerade auf Vordermann gebracht. Es gibt S-Bahn-Trassen für einen Olympia-Express - und warum muss man in einer Stadt mit so viel Wohnraum ein Olympisches Dorf komplett neu errichten? Nein, Berlin sollte im Bewerbungspoker seine Trümpfe ausspielen: spontane und unkonventionelle Lebensweise. Olympia würde als Katalysator wirken. Es müssen aber neue Köpfe ins Bewerbungskomitee. Die drei Millionen für die nationale Runde bringt die hiesige Wirtschaft zusammen, für den Deutschland-Kandidaten gäbe es dann Hilfe vom Bund.

Frankfurt am Main ist verschuldet - und bewirbt sich. Wie viele Steuergelder werden sinnlos verschleudert! Nicht zuletzt der Bund der Steuerzahler fordert jetzt Steuergelder für Olympia - was bleibt da noch hinzuzufügen?

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