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Olympia in der Hauptstadt? : Wowereit: Berlin wird sich für Olympische Spiele bewerben

Klaus Wowereit will die Olympischen Sommerspiele nach Berlin holen. „Wir werden die Bewerbung abgeben, aber wir müssen für Akzeptanz sorgen", sagte der Regierende Bürgermeister von Berlin. Die Opposition kritisiert seinen Vorstoß.

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Die Leichtathletik-WM fand 2009 bereits in Berlin statt. Klaus Wowereit sieht die Stadt immer für Olympia bereit.
Die Leichtathletik-WM fand 2009 bereits in Berlin statt. Klaus Wowereit sieht die Stadt immer für Olympia bereit.Foto: dpa

Berlin will definitiv eine neue Olympia-Kampagne starten. „Wir werden die Bewerbung abgeben, aber wir müssen für Akzeptanz sorgen“, sagte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit am Freitag in einem Interview mit dem Berliner Rundfunk. „Ich habe seit Jahren erklärt, dass Berlin bereit steht für die Olympischen Spiele, bin aber der Meinung, dass das nur geht mit einem Schulterschluss mit dem Sport und der Bundespolitik“, sagte der SPD-Politiker. Im Jahr 1993 war die Bewerbung für die Sommerspiele 2000 kläglich gescheitert.

„Wir wissen, wie stark jetzt die Vergaben auch diskutiert werden. Es kostet viel Geld und wir brauchen natürlich auch eine Akzeptanz in der Bevölkerung. Alles muss zusammenpassen. Wir werden in einer Stadt wie Berlin nie erreichen, dass alle jubeln, wenn man sagt, man macht Olympische Spiele. Trotzdem wissen wir, wie sportbegeistert diese Stadt ist“, sagte Wowereit weiter.

Grüne: Wowereit hat nichts verstanden

Die Grünen kritisierten genau dieses "für Akzeptanz sorgen", von dem Wowereit gesprochen hatte. "Wowereit hat wirklich nichts verstanden", sagte Grünen-Fraktionschefin Ramona Pop dem Tagesspiegel am Sonnabend. "Tempelhof hat es doch gezeigt: Die Berliner wollen beteiligt werden. Olympia kann nur funktionieren, wenn es ein Projekt der ganzen Stadt wird." Das bedeute, die Bewerbung vorher zu diskutieren, und nicht, eine Sache zu planen und dann "Akzeptanz zu schaffen". Olympia dürfe nicht das nächste "Wowereit-Pannen-Projekt" werden, sagte Pop.

Innenverwaltung: Die Bevölkerung mitnehmen

In der Innenverwaltung mit Sportsenator Frank Henkel (CDU) an der Spitze gibt es ein Bewusstsein für die Problematik. "Senator Henkel hat große Sympathie für Olympia in Berlin", sagte ein Sprecher, fügte dann aber hinzu: "Man muss jetzt erst einmal schauen, wie sich der Senat entscheidet - man möchte ja auch die Bevölkerung mitnehmen."

Linke: Anderes ist wichtiger

Skeptisch äußerte sich auch Linken-Fraktionschef Udo Wolf. "Das bedeutet unheimlich hohe Investitionskosten, dabei haben wir einen riesigen Investitionsstau in unsere alltägliche Infrastruktur", sagte Wolf. Er erinnerte an marode Straßen, Schultoiletten, Bäder und an den geplanten sozialen Wohnungsbau. Er sei auch nicht davon überzeugt, dass die Mehrheit der Berliner sich für Olympische Spiele in der Stadt begeistern könne. (mit dpa)

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