Berlin : Olympiastadion: Bausenator Strieder gibt PCB-Entwarnung

CD

Im Olympiastadion besteht nach den Worten von Bau- und Umweltsenator Peter Strieder (SPD) keine Gesundheitsgefahr durch PCB. Das Krebs erregende Gift war in Beschichtungen und Fugen der Tribünen und Treppenaufgänge entdeckt worden. Jetzt hätten Staub-Analysen im Stadion und auf dem Olympiagelände nur Konzentrationen gezeigt, die "hundert- bis tausendfach unter den Grenzwerten liegen", sagte Strieder am Donnerstag. In der Stadionluft sei überhaupt kein PCB messbar.

Das Olympiabad öffnet heute wieder. Gesichert sind auch das Hertha-Fest zum Saisonauftakt, das am Sonntag auf dem Maifeld läuft, sowie das Spiel gegen den FC Union am 22. Juli und das erste Hertha-Heimspiel der neuen Bundesligasaison am 4. August.

Der kontaminierte Baustaub habe sich nicht wie befürchtet über das Olympiagelände verteilt, sagten Strieder und der Umweltmediziner Hermann Fromme von der Gesundheitsverwaltung. Ergebnisse von Luftmessungen in der Umgebung sollen heute vorliegen. Mit bedenklichen Werten sei nicht mehr zu rechnen, hieß es. Für Besucher, Sportler und Bauarbeiter habe nie eine Gefahr bestanden. Trotzdem kündigte Strieder zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen für Bauleute an. Die technischen Details sind noch offen. In einem Teil der Sportarena dauert der Baustopp deshalb an. Insgesamt soll sich die Modernisierung aber nicht verzögern. Die Fertigstellung ist für 2004 geplant, zwei Jahre vor der Fußball-Weltmeisterschaft 2006.

Die Höhe der Mehrkosten für die PCB-Beseitigung ist noch unklar. Nach Senatsansicht muss die Walter Bau AG als Hauptauftragnehmer die Kosten tragen. Dagegen teilte die Firma mit, sie sehe dazu "keinerlei Verpflichtung". Weder im Vertrag mit dem Land Berlin noch in einem Gutachten, das der Senat veranlasst hatte, sei von PCB die Rede. Dazu sagte Strieder, das Material sei bei der letzten Stadionsanierung 1974 noch zugelassen gewesen und wohl deshalb nicht in Akten vermerkt. Zu möglichen Versäumnissen des Gutachters äußerte er sich nicht.

Das Gift war erst vor wenigen Tagen entdeckt worden, obwohl der Stadionumbau seit Monaten läuft. Wohin der bereits abtransportierte Bauschutt gelangte, wird noch durch Nachfragen bei Deponien geprüft. PCB (Polychlorierte Biphenyle) diente früher als Weichmacher und Flammenschutzmittel. Es wurde 1983 in der Bundesrepublik und 1988 weltweit verboten.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben