Berlin : Olympiastadion: Die Bagger können rollen - Streit um Vergabe beigelegt

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Das Olympiastadion kann ohne Zeitverzug umgebaut werden. Das Unternehmen Hochtief zog seine Beschwerde gegen das Vergabeverfahren zurück. Das vor dem Kammergericht anhängige Nachprüfungsverfahren wurde außergerichtlich beigelegt, so dass die Verträge mit der Walter Bau AG über die Sanierung und Nutzung des Stadions voraussichtlich heute schon unterschrieben werden. Damit sei "übergeordneten nationalen Interessen, insbesondere der Bewerbung der Bundesrepublik Deutschland um die Fußballweltmeisterschaft 2006" Rechnung getragen worden, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung von Hochtief und Stadtentwicklungssenator Peter Strieder.

Die Bauarbeiten im Stadion sollen Anfang August beginnen. Zunächst werden das Marathontor, der Unterring, das Stadiondach und die Tiefgarage saniert bzw. neu gebaut. Die erste Teilbaugenehmigung liegt seit 17. Mai vor. 2004 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen werden. Jetzt sei alles klar, sagte Strieder. "Allen war daran gelegen, dass die WM-Bewerbung nicht an ungeklärten Verhältnissen, das Endspiel-Stadion in Berlin betreffend, scheitert." Die FIFA entscheidet am 6. Juli, welches Land die Weltmeisterschaft austragen darf, für die sich Deutschland beworben hat. Der Hauptgeschäftsführer der Berliner Industrie- und Handelskammer (IHK), Thomas Hertz, sprach von einer "Vorwärtsstrategie", die der Bewerbung zugute komme. Der Vergleich kam auf Vorschlag und unter Vermittlung der IHK zustande.

Gratis war die Beilegung des Konflikts allerdings nicht zu haben. Als pauschalen Ersatz für die Kosten, die Hochtief bei der Vorbereitung und Teilnahme am Vergabeverfahren entstanden, erhält das Unternehmen drei Millionen Mark aus der Landeskasse. Dies sei "ein vernünftiger Betrag", meinte Hertz. Und gering im Vergleich zu den 473 Millionen Mark, die der Stadionumbau insgesamt koste. Steigende Baukosten und anziehende Kreditzinsen wegen eines verzögerten Baubeginns seien nun ausgeschlossen, sagte Strieder.

Der Generalbevollmächtigte von Hochtief, Gerhard Löchters, sprach gestern von "langwierigen und schwierigen Verhandlungen" und versicherte, dass sein Unternehmen interessiert sei an einem langfristig stabilen Verhältnis zum Land Berlin. Deshalb sei man auch verhandlungsbereit gewesen. Nebenabreden mit dem Senat, die eine Beteiligung von Hochtief an der Stadionsanierung vorsehen, gebe es übrigens nicht.

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