Olympische Sommerspiele 2016 : Schlechte Karten für Berlin

Die Hauptstadt kann sich bei einer Bewerbung um die Olympischen Sommerspiele 2016 nur geringe Chancen ausrechnen. Der Grund: Mit London ist 2012 eine weitere europäische Stadt am Zug.

Berlin - Da London im Jahr 2012 Gastgeber der Spiele sei, werde vier Jahre später mit großer Wahrscheinlichkeit eine Stadt auf einem anderen Kontinent den Zuschlag erhalten, sagte Thomas Bach, IOC-Vizepräsident und Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB), bei einer Veranstaltung der Industrie- und Handelskammer.

Das IOC orientiere sich unter anderem an einer Art informellem Rotationsverfahren, wonach eine europäische Stadt nach London nicht zu den Favoriten zur Ausrichtung der nächsten Olympischen Spiele zähle. Mögliche Kandidaten für die Sommerspiele 2016 seien etwa Metropolen in Südamerika, Afrika oder auch in den USA.

Entscheidend für die Zulassung der Bewerbung einer deutschen Stadt sei zunächst der Zeitpunkt. Es müsse eine realistische Chance geben, die Spiele nach Deutschland zu holen, betonte Bach. Erst dann mache es Sinn, die Voraussetzungen der Städte zu prüfen. Zunächst müsste auch abgewogen werden, ob sich Deutschland für die Sommer- oder Winterspiele bewerben wolle.

Andere Länder haben auch Potenziale

Überdies falle "die Welt nicht auf die Knie", wenn Deutschland eine Bewerbung als Gastland der Olympischen Sommerspiele abgeben würde. Daran ändere auch die erfolgreiche Organisation und Durchführung der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 nichts. Andere Länder hätten auch Potenziale.

Zur Diskussion, das Berliner Olympia-Stadion umzubenennen, sagte Bach, das IOC werde es nicht erlauben, dass der Name Olympia in Verbindung mit einem kommerziellen Namen erscheint. Auch sei es überhaupt nicht empfehlenswert, dem Stadion einen vollständig anderen Namen zu geben. (tso/ddp)

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