Olympisches Dorf soll saniert werden : Zurückschwimmen

Das Olympische Dorf in Elstal erwacht wieder neu – nun soll das historische Bad saniert werden.

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Blätternder Charme. Aus dem Olympiabad soll ein Wellnesstempel werden. Foto: Steyer
Blätternder Charme. Aus dem Olympiabad soll ein Wellnesstempel werden. Foto: Steyer

Elstal - Zuerst fünf Runden Laufen auf dem Sportplatz, dann noch zehn Bahnen Schwimmen in der benachbarten und durch eine hochgezogene Fensterfront offene Halle: Die Teilnehmer der Olympischen Spiele in Berlin 1936 konnten im zehn Kilometer entfernten Elstal auf modernste Trainingsmöglichkeiten zurückgreifen. Das Olympische Dorf beherbergte rund 4000 männliche Athleten. Die Schwimmhalle aber war in den vergangenen Jahren zur Ruine verkommen. Ein Brandanschlag 1993, kurz nachdem sich die russische Armee von dem Gelände an der Bundesstraße 5 zurückgezogen hatte, zerstörte das Dach. Regen und Frost führten zu großen Schäden. Die sind nun zum größten Teil behoben. Per Knopfdruck lässt sich die etwa 500 Quadratmeter große Fensterfläche wieder auf einer Seite nach oben ziehen.

Damit endete ein großer Abschnitt in der Sicherung wichtiger Gebäude des Olympiadorfes auf dem 50 Hektar großen Gelände. Rund zwei Millionen Euro haben Bund, Land und die DKB-Stiftung in die Turnhalle, in das große Speisehaus der Nationen, in einige Sportlerunterkünfte und in die Schwimmhalle investiert. Besucher können sich täglich bei Rundgängen in die Zeit zurückversetzen. Geht es nach dem Willen der Gemeinde Elstal, sollen sie sogar in etwa vier Jahren wieder in der Olympiahalle wie die Athleten von einst ihre Bahnen ziehen können.

„Das wäre eine tolle Sache“, sagt der parteilose Bürgermeister Holger Schreiber. „Wir haben schon ein Projekt für die Umgestaltung zum Freizeitbad mit Wellness- und Kinderbereich.“ Um die unter Denkmalschutz stehende Schwimmhalle mit ihren fünf 25-Meter-Bahnen nicht zu gefährden, soll ein moderner Anbau alle Einrichtungen für den Badespaß beherbergen. Um die Investitionssumme von bis zu zwölf Millionen Euro macht sich der Bürgermeister keine großen Sorgen: Nebenan entstehen ein Güterverkehrszentrum und ein Erlebniszentrum von „Karls Erdbeerhof“. Vielleicht finden sich bald auch mehr Neugieriege für das Olympische Dorf. Für das Speisehaus der Nationen gibt es etwa noch keine konkreten Pläne. Claus-Dieter Steyer

Das Olympische Dorf ist täglich von 10 bis 16 Uhr, an Wochenenden bis 18 Uhr zu besichtigen. Infos: www.dkb-stiftung.de

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