Berlin : Opernarien unter der Dusche

Montserrat Caballé präsentierte den Film über ihr Leben

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Sie verkörpert das Bild der Primadonna schlechthin und ist so umjubelt wie die legendäre Maria Callas. Nur Starallüren hat sie sich mit ihrem humorvollen und warmherzigen Auftreten nie hingegeben. Donnerstagabend war Montserrat Caballé in Berlin, um bei einer Sondervorführung im Kino CineStar am Potsdamer Platz den Dokumentarfilm vorzustellen, der ganz schlicht „Caballé“ heißt und das wechselvolle, faszinierende Leben der spanischen Opernsängerin schildert.

Wenn sie am Sonnabend ihren 70. Geburtstag feiert, kann die die Caballé auf vier Jahrzehnte Bühnenerfolge zurückzublicken. Im Film lässt sie die Anfänge am Konservatorium und ihre späteren großen Auftritte in aller Welt Revue passieren. Wegbegleiter wie Plácido Domingo, „Queen“Sänger Freddie Mercury und Claudio Abbado vermitteln Einblicke in Leben und Karriere der Primadonna, die besonders gerne beim Kochen und unter der Dusche singt, „wegen des guten Klangs“. Die deutsche Fassung des Streifens hat Caballé selbst synchronisiert. In Bremen habe ihre Karriere begonnen, Deutschland sei ihr „wie meine zweite Heimat“. Nur als sie einmal beim Vorsingen an der Deutschen Oper in Berlin die Mimi aus „La Bohème“ gab, wollte man sie nicht haben. „Stellen Sie sich das mal vor“, ruft sie lachend, „ich habe nicht gefallen!“ Stattdessen ging sie dann nach New York.

Berlin ist sie trotzdem verbunden. Im vergangenen Jahr sang sie beim Festakt zum Tag der Deutschen Einheit am wiedereröffneten Brandenburger Tor. Und vor einem guten Monat eröffnete sie mit einem Konzert in der Philharmonie die Jubiläumstournee zu ihrem Geburtstag. Ans Aufhören denkt sie trotz ihres Alters noch lange nicht: Ihr Terminkalender ist bis 2006 ausgebucht. Wann der Film in die deutschen Kinos kommt, steht noch nicht fest. Im Herbst soll eine DVD erscheinen. Und wer gestern die Caballé verpasst hat, kann sich auf den 7. Mai freuen: Dann gibt sie in der Philharmonie ein weiteres Konzert. mei

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