Operngala für die Deutsche Aids-Stiftung : Festliches Ehrenamt

Alfred Weiss und Alard von Rohr haben die Operngala zu der Größe geführt, die sie heute hat. Dabei achten sie immer darauf, die Gästeliste mit illustren Namen zu bestücken.

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Die Initiatoren: Alard von Rohr und Alfred Weiss (rechts).
Die Initiatoren: Alard von Rohr und Alfred Weiss (rechts).Foto: Mike Wolff

Wer Gutes tut, dem wird auch Gutes geschehen. Alfred Weiss, der zusammen mit Alard von Rohr und der verstorbenen Irina Pabst vor zwanzig Jahren die Festliche Operngala für die Deutsche Aids-Stiftung aus der Taufe gehoben hat, hat das sehr konkret erfahren. So eine Charity-Gala zu stemmen, Sponsoren zu finden und gute Gäste, hält einen übers Jahr beschäftigt, zumal wenn es sich dabei nur um ein Ehrenamt handelt. Aber irgendwann funkte es zwischen ihm und Nadine von Gumppenberg, die für eine Agentur die Gala hauptamtlich organisierte. Die beiden heirateten, und so kam es, dass Alfred Weiss zu seinen vier erwachsenen Kindern noch zwei Nachzügler bekam, die neun und vier Jahre alt sind.

Kinder hat der 65-Jährige immer schon geliebt, so kam er überhaupt zur Operngala. Er war Vorsitzender der deutsch-israelischen Kinderhilfe, als die bereits sehr früh in der Aidskrankenhilfe engagierte Irina Pabst zu ihm kam und ihn fragte, ob er nicht helfen könne. Weiss kam aus der Hotelbranche, war in Berlin bekannt als Generaldirektor des Interconti. Heute betreibt er seine eigenen Hotels in Hamburg und Leipzig. Nach der Wiedervereinigung hatte er die Inter-Hotels in der ehemaligen DDR als geschäftsführender Gesellschafter und Vorstand übernommen. Mit ihm hatte Irina Pabst einen Top-Organisator an Bord geholt.

Klaus Wowereit ist einer der treuesten Gästen

Und er machte im Laufe der Zeit auch vieles richtig, um diese Gala zu der Größe zu führen, die sie heute hat. In den 1990er Jahren galt Aids noch eher als ein Schmuddelthema, das es erst mal aus der Tabuzone herauszuholen galt. In der Hochphase der Partyluder rund um den Regierungsumzug und die Jahrtausendwende achtete Weiss genau darauf, dass die Gästeliste nur mit wirklich gewichtigen Namen bestückt war. Mal saßen der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder und seine Frau auf einem Ehrenplatz, mal war Prinzessin Caroline von Monaco zu sehen, mal tauchte auch der damalige Bundespräsident Johannes Rau mit Frau auf.

Zu den treuesten Gästen gehörte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit, der auf der Festlichen Operngala regelmäßig eine Rede hielt. Das ist überhaupt ein Verdienst der Initiatoren, dass es ihnen gelang, viele treue Förderer zu finden, sei es unter den Gästen, sei es unter den Sponsoren. Unternehmen, die ganze Tische für das Dinner nach der Aufführung buchen, zahlen immerhin 11000 Euro. Nicht nur das konsequente Gästemanagement hat zum Erfolg beigetragen, sondern vor allem auch das künstlerische Niveau, das von Anfang an hoch war.

Junge Talente und große Stars treten auf

Das ist Alard von Rohr zu danken, dem Künstlerischen Leiter der Gala, ehemals Direktor der Deutschen Oper. Der Sohn eines Sängers ist Jurist und war seit 1981 fast zwei Jahrezehnte lang an der deutschen Oper tätig. Zwischendurch war er auch mal Kulturstaatssekretär. Er sitzt in den Jurys einiger hochklassiger Gesangswettbewerbe, unter anderem in Wien und in Paris. Durch seine guten Netzwerke findet er immer wieder junge Talente. Große Stars wie Rolando Villazón, Klaus Florian Vogt und Joyce DiDonato sind bei der Gala bereits aufgetreten.

Zwei bis drei Jahre im Voraus muss er die Künstler buchen. Für die nächste Gala am 7. November hat er auch schon einige Sänger fest engagiert. Welche das sind, will er aber erst später verraten. Mal sei es schwerer, mal leichter, Künstler für einen Auftritt zugunsten der Aids-Stiftung zu gewinnen. Allerdings hat die Festliche Operngala schon lange einen sehr guten Namen unter Künstlern. Dazu hatte auch Vicco von Bülow beigetragen, an den die Initiatoren immer wieder erinnern. Über viele Jahre hat Loriot mit seinen notwendigen Anmerkungen zu ausgewählten Musikbeispielen der Gala eine besondere Dimension gegeben. Max Raabe hat sich seit 2007 als würdiger Nachfolger erwiesen.

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