Berlin : Orang-Utan verteidigte sein Revier und verletzte Zoomitarbeiter

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Einem ausgewachsenen Orang-Utan fiel gestern Vormittag ein Tierpfleger im Zoo in die Hände. Der Mann überstand diese unheimliche Begegnung mit einem gehörigen Schock und schmerzhaften Bisswunden am rechten Oberarm und dem linken Fuß. Der Mann kam ins Krankenhaus, bleibende Schäden werde er nicht davontragen, sagte der stellvertretende Direktor, Peter Rahn.

Der 28-jährige Tierpfleger wollte die Käfige reinigen, in denen ein 21-jähriges Orang-Utan-Männchen und ein -Weibchen leben. Die Käfige können mittels Schiebern abgetrennt werden, wobei beide Tiere während der Säuberung im jeweils anderen Teil zusammengesperrt werden. Der Pfleger kommt normalerweise nicht mit ihnen in Berührung. Gestern Vormittag allerdings ging etwas schief. Was, ist noch nicht bekannt, denn für den Vorfall gibt es außer dem Tierpfleger keine weiteren Zeugen. Ein Kollege des Pflegers wurde durch dessen laute Hilferufe aufmerksam und versuchte, den Mann aus den Pranken des Menschenaffen zu befreien.

Das Tier trägt den Namen Pendek und wurde im Zoo geboren, sagte Rahn. Das Tier biss den Pfleger zweimal kräftig, verlor dann das Interesse an ihm und kümmerte sich danach um das messingglänzende Ende des Reinigungsschlauchs. Der Pfleger ist ein erfahrener Mitarbeiter des Zoos und dort bereits seit neun Jahren beschäftigt.

Möglicherweise betrachtete der Menschenaffe den Pfleger als Konkurrenten, vielleicht auch als Nebenbuhler, den es zu vertreiben galt: "Wenn sich Orang-Utan-Männchen in freier Wildbahn begegnen, gibt es auch die Revierkämpfe", sagte Peter Rahn. Da sich ein Mensch aber nicht wie ein Orang-Utan verhalte, sah das Tier in dem Pfleger vermutlich einen Eindringling, den es zu vertreiben galt. Bösartig sei der Affe aber keinesfalls.

Heute sollen die Schieber an dem Käfig untersucht werden. Man will feststellen, ob sie defekt sind und verhinderten, dass die Affen von dem Teil ausgesperrt blieben, in dem der Pfleger seine Reinigungsarbeiten ausführte.

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