Berlin : Oranienstraße in Kreuzberg: Zuflucht für Glaubensflüchtlinge

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Die Oranienstraße war bis zum Zweiten Weltkrieg eine beliebte Einkaufsstraße. Hier soll mehr Umsatz gemacht worden sein als am Kurfürstendamm. Am Moritzplatz gründeten die Gebrüder Wertheim 1912 das erste Warenhaus Berlins, damals weltweit eines der größten Kaufhäuser.

Mitte des 17. Jahrhunderts siedelten sich protestantische Glaubensflüchtlinge aus dem französischen Orange an, die der Oranienstraße ihren Namen gaben.

Als 1701 die Vorstädte Berlins und Köllns die Bürgerrechte erhielten, stieg die Bevölkerungszahl stark an. Auf Wunsch der Bewohner wurde die "Cölnische Vorstadt" 1802 nach der beliebten preußischen Königin Luise in "Luisenstadt" umbenannt. Sie wurde im 19. Jahrhundert mit Wohnhäusern bebaut. Den Bebauungsplan entwarf Peter Joseph Lenné. Er legte die Oranienstraße als Hauptachse in West-Ost-Richtung zwischen Moritz- und Heinrichplatz mit dem Oranienplatz als Mittelpunkt an.

Ende des 19. Jahrhunderts hatte die Luisenstadt mit 300 000 Einwohnern die größte Bevölkerungsdichte der Stadt. Die Mischung von Wohnen und Gewerbebezeichnete man später als "Kreuzberger Mischung". Am 27. April 1920 wurde die Luisenstadt in den neuen Stadtbezirk Kreuzberg eingemeindet. Damit verschwand die Bezeichnung aus den Karten.

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