Organisierte Kriminalität : Eigentums- und Rauschgiftdelikte dominieren

Die organisierte Kriminalität (OK) in Brandenburg wird im wesentlichen von Eigentums- und Drogendelikten bestimmt. Hintergrund für die hohen Werte sei die Grenznähe zu Osteuropa.

Potsdam - Mehr als die Hälfe aller OK-Verfahren im Jahr 2005 drehten sich um Eigentumsdelikte, sagte Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) am Donnerstag bei der Vorstellung des gemeinsamen Lagebildes von Justiz und Polizei für das vergangene Jahr. 41,2 Prozent der Verfahren betrafen Rauschgift-Straftaten.

Nach Angaben des Direktors des Landeskriminalamtes (LKA), Dieter Büddefeld, ist der Anteil von Eigentums- und Drogendelikten an allen OK-Verfahren in Brandenburg außergewöhnlich hoch. Bundesweit liege der Anteil der Rauschgift-Verfahren bei 34,6 Prozent. Der Anteil der OK-Verfahren wegen Eigentumsdelikten liegt im Bundesdurchschnitt bei 17 Prozent.

Hintergrund für die hohen Werte ist nach Angaben von Büddefeld die Lage des Landes an der Grenze zu Osteuropa. Zwar sei seit der Osterweiterung der Europäischen Union kein signifikanter Anstieg der organisierten Kriminalität in Brandenburg zu verzeichnen. Doch der Anteil von grenzüberschreitenden Delikten sei höher als in anderen Ländern.

Starke internationale Verflechtung

Schönbohm betonte, die organisierte Kriminalität sei in Brandenburg stark international verflochten. Bei mehr als 82 Prozent der OK-Verfahren seien im vergangenen Jahr Täterstrukturen ermittelt worden, die über die Grenzen hinausgingen. Dabei seien allerdings mit 60 Prozent die meisten Täter Deutsche gewesen.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 17 OK-Verfahren bearbeitet. Im Jahr 2004 waren es 16. Es wurden 73 Tatverdächtige ermittelt, davon waren 43 Deutsche. Die weiteren Beschuldigten kamen aus acht anderen Staaten. Die Täter erzielten geschätzte Gewinne in Höhe von 1,7 Millionen Euro und verursachten einen Gesamtschaden von 5,6 Millionen Euro.

Die Zahl der Einzeldelikte im Bereich Rauschgifthandel stieg von 66 im Jahr 2004 auf 87. Bei den Eigentumsdelikten wie Autoschieberei gab es einen Anstieg von 161 auf 176. Insgesamt wurden im Bereich der organisierten Kriminalität 364 Einzeldelikte registriert. (tso/ddp)

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