Berlin : Orientalisches Konzert: Hymnen auf den nationalen Widerstand

Suzan Gülfirat

Im türkischen Theater "Tiyatrom" in der Alten Jacobstraße in Kreuzberg stimmen die Musiker ihre Instrumente ein: Geige, Klarinette, die Handtrommel Darbuka und vor allem Saz, das türkische Saiteninstrument. Eine kurze Anweisung vom Dirigenten und das Kauderwelsch nimmt orientalische musikalische Formen an. "Abermals bäumen wir uns auf", beginnt der Chor zu singen. Etwa 30 Männer und Frauen des "Berliner Ensembles für Klassische Türkische Musik" proben für das Konzert am heutigen Sonnabend im Haus der Kulturen der Welt. Gefeiert wird der Beginn der nationalen Widerstandbewegung 1919 nach dem ersten Weltkrieg in der Türkei. Der 19. Mai wird seither als "Jugend- und Sportfest" gefeiert. "Ohne Feldzüge geht es nicht. Seine mutigen Söhne...sie sind zu sehen, die Feldwege für uns", singt der Chor, der am Samstag auch aus dem Repertoire berühmter osmanischer Komponisten aus der Zeit von 1300 bis 1600 singt. "Die schönsten Stücke über die Liebe, das Leid und die Leidenschaft", sagt der Vorsitzende des Vereins, Osman Ayhan.

Das Ensemble wurde 1988 gegründet, seit 1997 ist es ein eingetragener Verein. Unter der Leitung des Komponisten Tahsin ist die Gruppe zu einem professionellen Team mit 70 Mitgliedern gewachsen. Das jüngste ist 13, das älteste 70 Jahre alt.

Bei der Probe im Tiyatrom spricht ein Gedichtsleser zwischen den hymnenartigen Musikstücken. "Das sind Texteinlagen im zweiten Teil des Programms", erklärt Osman Ayhan. Am Ende ruft der Chor: "Mustafa Kemal!" Dirigent Tahsin Incirci schimpft: "Wo bleibt die Musik?"

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