Berlin : Ornella Muti und Heino Ferch bei Dreharbeiten zu einem Thriller

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Dort, wo sich die Straßen Berlins in zugewucherten Industrie-Altlasten verlieren, ist des Location-Scouts liebtes Revier. An einer Karlshorster Straße mit dem unsentimentalen Namen "Blockdammweg" sind die Scouts nach ausgiebiger Suche fündig geworden: Hier modert ein verfallener Bau vor sich hin, der einst der BEWAG als Maschinenwartungsraum diente und seit nunmehr acht Jahren sich selbst überlassen ist. "Eine abgeschlossene Welt, großzügig und mit sehr viel Patina", sagt Peter Weber über die Backsteinhalle. Peter Weber ist Production Designer und hat mit 35 Leuten innerhalb von drei Wochen aus dem Loch ein Loft gemacht. Auf 500 Quadratmetern gruppieren sich Sitzlandschaften und Sideboards zu einem avantgardistischen Interieur. Peter Weber haust nicht selbst in dem zweigeschossigen Loft, sondern überläßt es Ornella Muti und Heino Ferch - allerdings nur zur Zwischenmiete und nur für die circa 30 Drehtage zu "Everybody dies". Was die beiden in dieser perfekt und mit viel Liebe zum Detail ausgestatteten Kulisse tun, werden wir im Frühjahr 2000 in den Kinos sehen können. Soviel verrät Executive Producer Wolfram Tichy schon jetzt: "Die Geschichte ist ein Thriller und sehr stark mit Berlin verbunden, wir hätten gar nicht woanders drehen können." Alle großen Studios seien für die Drehzeit ausgebucht gewesen, da habe man eben das Set nach Karlshorst verlegt. Tichy impotierte mehrere hundert Spielfilme aus allen wichtigen Produktionsländern der Welt nach Deutschland.

Heute ist die Heizung ausgefallen und deswegen kann Ornella Muti die Güte und das Talent des Regisseurs Buddy Giovinazzo, der sich unter anderem mit der low-budget-Produktion "Combat Shock" und "Unter Brüdern" einen Namen machte, nur leicht verschnupft loben. Als Rafaella wird die Muti ("Gib dem Affen Zucker") im Film von drei Männern umschwärmt. Die Studienkollegen sind alte Feinde und treffen sich nach 20 Jahren Funkstille zum Klassentreffen. Mickey, dargestellt von James Russo, ist der einzige "Verlierer" im Bunde. Er ist es, der die Menage a trois schließlich auf mysteriöse Weise durcheinanderbringt. Auch produktionstechnisch ist der Film eine Dreiergeschichte - zwischen den Produktionsfirmen TiMe, VIP/Vif und Mercent Film.

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