Berlin : Ost-Ampelmann spaziert in den Westen

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Das OstAmpelmännchen mit Hut hat gesiegt: Ab Januar werden auch alle neuen Signalanlagen für Fußgänger im Westteil Berlins mit den „deutlicher erkennbaren und symbolisch eindeutigeren“ Ost-Männchen ausgestattet, teilte die Senatsverkehrsverwaltung am Mittwoch mit. Bisher leuchten in Steglitz, Spandau oder Reinickendorf ausschließlich die wesentlich schlankeren und vor allem statischen Westmännchen. Im Gegensatz zum östlichen Konkurrenten schreiten sie bei Grün nicht so deutlich voran und breiten bei Rot nicht die Arme aus.

Schon in den ersten Monaten nach der Wende gab es wegen der unterschiedlichen Männchen heftigen Streit. Welche Figur sollte künftig in ganz Berlin leuchten? Schließlich fand der Senat einen Kompromiss: Alle neuen Ampeln im Westteil erhielten weiter das Westsymbol, jede neue Anlagen in Mitte, Pankow oder Hellersdorf bekam hingegen den Mann mit Hut, der inzwischen als Symbol des Ostens gilt. Doch auch bei vielen Westberlinern ist er heute populär.

Irgendeine Ampel ist immer aus in Berlin, und derzeit sind es ein paar mehr. Gestern zum Beispiel: 15 Kreuzungen ausgefallen nach Stromausfall, dazu Abschaltungen wegen Busbeschleunigung in der Potsdamer Straße. Am Tag zuvor war der Tempelhof-Rechner in der Regelungszentrale ausgefallen. Pro Tag seien in Berlin durchschnittlich 100 bis 150 Anlagen abgeschaltet, sagte der Chef der Verkehrsregelungszentrale der Polizei, Eberhard Müller. Zehn Prozent der altersschwachen Ampeln müssen nach einem Ausfall per Hand an Ort und Stelle wieder angeschaltet werden. Das kann dann einige Stunden dauern, selbst wenn der Strom nur Minuten weg war.

„So viele Stromausfälle wie in letzter Zeit hatten wir noch nie“, heißt es bei der Verkehrspolizei – dieser Einschätzung widerspricht die Bewag heftig. cs/Ha

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