Berlin : Ostermarsch fiel kleiner aus als erwartet

1000 Teilnehmer gingen für Frieden auf die Straße

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„Wir sind bescheiden geworden“, sagte Mit-Organisatorin Jutta Kausch, als sie kurz vor 15 Uhr von der Bühne aus auf die recht kleine Teilnehmerschar der Berliner Ostermarsch-Abschlusskundgebung sah. Zum Anhalter Bahnhof waren einige hundert Marschierer gekommen, die Veranstalter sprachen von 1000. Sie hatten aber 4000 Teilnehmer erwartet.

So „kämpferisch“, wie sich Zug-Organisatorin Laura von Wimmersperg den Marsch gestern vorgestellt hatte, wurde er nicht. Der Bundestagsabgeordnete Christian Ströbele von den Grünen war mit seinem Fahrrad dabei. Wie viele andere hatte er Sonntag am Protest gegen das Bombodrom in der Wittstocker Heide teilgenommen. Er sagte, Zahlen seien nicht so wichtig, bei einem„konkreten Anlass“ kämen auch mehr Leute. Der Zug der Ostermarschierer – mit Parolen gegen den „Terroristen“ George Bush, für Abrüstung, gegen Sozialabbau und den Einsatz der Bundeswehr bei der WM – hatte am Pariser Platz begonnen.

Anfangs wirkte er größer, der Eindruck täuschte wegen der vielen Touristen. Je länger sich der Marsch über die Friedrich- und Leipziger Straße hinwegzog, umso mehr schien er zu schrumpfen. Die, die im Zug mitmarschierten, hatte vor allem ein Gefühl auf die Straße getrieben: „Es riecht wieder einmal nach Krieg“, sagte beispielsweise der iranische Publizist Bahman Nirumand. Man könne „Terrorismus nicht mit Terror und Gewalt, mit Arroganz und Überheblichkeit beseitigen“. Das Regime im Iran sollte lieber heute als morgen verschwinden, auch er habe den Verdacht, dass der Iran „die Bombe plant“. Aber man dürfe nicht aufgrund eines bloßen Verdachts internationales Recht außer Kraft setzen, einen Krieg führen und dadurch erneut Hass und Rachegefühle schüren. C. v. L.

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