Berlin : Ostern droht auf Flughäfen Streik Bodenpersonal

will Arbeit niederlegen

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Beim größten Dienstleistungsunternehmen an den Berliner Flughäfen, der Globe-Ground Berlin GmbH, könnte es in den kommenden Wochen zu Streiks und damit zu erheblichen Behinderungen im Osterreiseverkehr kommen. Während die Gewerkschaft Verdi die Tarifverhandlungen mit dem zur Frankfurter Wisag-Gruppe gehörenden Unternehmen als vorerst gescheitert bezeichnet, wurde gestern bekannt, dass die Firma in drei Teile gespalten werden soll.

Die rund 1800 Mitarbeiter des Unternehmens wurden gestern über Aushänge, der Betriebsrat in einer außerordentlichen Sitzung informiert. Morgen und am Donnerstag finden in Schönefeld und Tegel Betriebsversammlungen statt. Am Freitag tagt die Tarifkommission.

Geplant sei die Gründung von drei Betrieben mit klaren Führungsstrukturen für die Bereiche Passagierabfertigung, Vorfelddienste sowie Verwaltung unter dem rechtlichen Dach von GlobeGround, sagte Geschäftsführer Bernhard Alvensleben. Damit wolle man sich im Hinblick auf den neuen Flughafen BBI so wettbewerbsfähig wie möglich aufstellen. An den Arbeits- und Tarifverträgen ändere sich nichts. Mit dem Betriebsrat wird dennoch wegen eines Interessensausgleichs verhandelt. Den von Verdi kritisierten, verstärkten Einsatz von Zeitarbeitskräften begründet Alvensleben mit den bestehenden Unklarheiten hinsichtlich der Marktsituation bei der BBI-Eröffnung im Juni 2012. Verdi fordert rückwirkend Lohnerhöhungen von 5,1 Prozent für 2010 und 6,1 Prozent für 2011, untere Lohngruppen sollen zusätzlich 2,5 Prozent mehr erhalten. Globe-Ground hält dagegen eine von zwei Gewerkschaftsvertretern 2010 mitgezeichnete Vereinbarung, die 11,75 Prozent mehr Einkünfte für untere Lohngruppen und eine Nullrunde für Spitzenverdiener vorsieht, für gültig und zahlt seitdem entsprechend.

Weil die Firma hier zu keinen weiteren Diskussionen bereit ist, hatte die Gewerkschaft bereits im März mit Warnstreiks gedroht. Laut Verdi hat Wisag daraufhin rund 100 Mitarbeiter von anderen Standorten nach Berlin beordert, die seitdem in Hotels nahe der Flughäfen untergebracht sind, um im Falle von Arbeitskampfmaßnahmen kurzfristig einzuspringen. Als bereits ein bevorstehender Streik befürchtet wurde, habe sich Wisag-Personal gegenüber Berliner Mitarbeitern verbal sehr aggressiv verhalten, so Gewerkschaftssekretär Michael Walter. Geschäftsführer Alvensleben bestätigte gegenüber dem Tagesspiegel den Einsatz von Angehörigen des zur Wisag-Gruppe gehörenden Sicherheitsdienstes. Es handle sich aber um „Deeskalationsteams“.

„Die Kollegen wollen vor allem einen sicheren Arbeitsplatz“ sagte Verdi-MannWalter. Streiks seien bisher nicht beschlossen, aber auch nicht ausgeschlossen und würden nur kurzfristig angekündigt. Rainer W. During

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