Berlin : Osterweiterung auf der Grünen Woche

Partnerland ist Tschechien und Russland der größte Aussteller. Veranstalter erwarten 500 000 Besucher

Marc Neller

Heute beginnt auf dem Messegelände die Grüne Woche, und ihr beherrschendes Thema lässt sich schon an Äußerlichkeiten ablesen: Die EU-Osterweiterung und ihre Folgen für Landwirtschafts- und Nahrungsmittelindustrie. Tschechien ist in diesem Jahr das Partnerland, Russland – mit rund 6000 Quadratmetern Hallenfläche – mit Abstand größter Aussteller aus dem Ausland. Polen, Ungarn und Tschechien seien die wichtigsten neuen Märkte für deutsche Agrarprodukte, sagte Jörn Dwehus, Geschäftsführer der Centralen Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA): „Deutschland profitiert sowohl von der geographischen Nähe als auch von gemeinsamen kulturellen und kulinarischen Wurzeln.“ Die Produkte aus Osteuropa kann ab dem heutigen Freitag jeder Besucher selber schmecken und probieren, daneben gibt es Diskussionsrunden im ICC über die Folgen der EU-Erweiterung für die Ernährungsindustrie.

Bis zum 30. Januar stellen 1636 Aussteller aus 55 Ländern ihre Angebote an landestypischen Spezialitäten, Nahrungsmitteln und Agrarprodukten aus. Rund zwei Drittel der insgesamt 114 000 Quadratmeter Ausstellungsfläche gehören der Ernährungswirtschaft aus dem In- und Ausland. Die Messe dient als Kontaktbörse und Testmarkt für neue Erzeugnisse.

Neu in diesem Jahr sind die Sondermesse „Wellness Plus“ in Halle 26b mit Angeboten von gesunder Ernährung bis hin zu alternativen Wohntrends und die Präsentation „An den Frühling gedacht“ in Halle 9, in deren Mittelpunkt begrünte Dächer stehen. Beide Schauen sollen insbesondere ein städtisches Publikum interessieren. Ebenso wie der überarbeitete Biomarkt in Halle 6.2a. Nicht neu, aber bewährt ist der Erlebnisbauernhof in Halle 3.2, der seit Jahren zu den Hauptanziehungspunkten für Messebesucher gehört. Die Veranstalter erwarten zwischen 450000 und 500000 Besucher.

Ferner Osten, naher Osten. Für die Messe Berlin selbst könnten die kommenden Tage eine Bewährung für künftige Geschäftsfelder werden. Im November genehmigte der Senat, dass die Messe in Peking einen Ableger der Grünen Woche einrichten darf. Bisher lag das Geschäftsfeld der Messe vor allem in Berlin, während die Konkurrenz tüchtig im Ausland investiert. Die Frankfurter Messe etwa investiert rund 200 Millionen Euro in ihre Auslandsexpansion.

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