• Pachtvertrag für Temprodrom - Kreuzberg stellt Neubaugrundstück am Anhalter Bahnhof zur Verfügung

Berlin : Pachtvertrag für Temprodrom - Kreuzberg stellt Neubaugrundstück am Anhalter Bahnhof zur Verfügung

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Die Planung des Neuen Tempodroms am Anhalter Bahnhof kommt einen wichtigen Schritt voran: Morgen wollen Kreuzbergs Baustadtrat Matthias Stefke (CDU) und Tempodrom-Chefin Irene Moessinger den Erbbaurechtsvertrag für das 10 000-Quadratmeter-Areal unterzeichnen. Neben dem Bezirksamt haben auch die Senatsverwaltungen für Bauen, für Kultur und für Finanzen dem Entwurf zugestimmt.

Der Vertrag mit der "Stiftung Neues Tempodrom" hat eine Laufzeit bis zum Jahr 2058 und sieht eine Jahrespacht von 155 000 Mark vor. Das findet Irene Moessinger zwar "ganz schön teuer", dennoch zeigte sie sich gestern hoch erfreut. Die Bauarbeiten sollen im Februar beginnen, die Eröffnung ist zum Jahresende 2001 geplant. Die früher in Tiergarten ansässige Veranstaltungs-Arena besitzt derzeit ein Zwischenquartier am Ostbahnhof in Friedrichshain.

Nach dem Vertragsabschluss sind nur noch zwei Dinge nötig, damit die Arbeiten wie geplant beginnen können: Das Bezirksamt muss bis Januar zumindest eine Teilbaugenehmigung erteilen; der Bauantrag liegt seit einem halben Jahr vor. Außerdem ist Irene Moessinger gerade dabei, ein neues Finanzloch zu stopfen. Die bisher auf 32 Millionen Mark geschätzten Baukosten dürften nach ihren Worten um bis zu 20 Prozent steigen, weil laut Gutachten eine "Verdichtung des zu lockeren Bodens" nötig sei. Wie die zusätzlichen Mittel aufgebracht werden, solle bis Jahresende feststehen. Die Tempodrom-Chefin nannte noch keine Details, sagte aber, sie rechne "zu 99 Prozent" mit einer schnellen Lösung.

Das bisherige Finanzierungsmodell beruht größtenteils auf Mitteln aus einem EU-Umweltförderprogramm (22 Millionen Mark). Dazu kommen Lottogelder, eine Entschädigung für den Wegzug aus dem Tiergartener Regierungsviertel, Erlöse aus der "Baustein-Kampagne", Spenden sowie Gelder von Sponsoren und Partnern (unter anderem will die Eislaufrevue "Holiday On Ice" das Gebäude mit nutzen).

Der Sieger-Entwurf für das 33 Meter hohe Tempodrom stammt vom Hamburger Architektenbüro Gerkan, Marg und Partner. Vorgesehen sind eine Hauptarena mit 3500 Plätzen, eine Freiluftbühne mit 800 Plätzen und auch vermietbare Kongressräume. Teile der Kreuzberger Grünen-Fraktion hatten das Modell als zu massiv kritisiert, insbesondere störte man sich an der Bauhöhe. Laut Irene Moessinger wurden die Entwürfe in den vergangenen Monaten aber nur noch geringfügig überarbeitet. So hätten die zwei breiten Treppen am Haupteingang eine runde Form erhalten. Der Neubau soll etwa 400 000 Besucher pro Jahr anziehen.

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