Berlin : Pack die Volksvertretung ein

6000 Kisten und vier Tage Zeit: Der Landtagsumzug in Potsdam hat begonnen. Mitte Januar soll Eröffnung gefeiert werden – aber darum gibt es Streit.

Katharina Wiechers
Anpacken. In Potsdam wurden nun die ersten Kartons verladen. Foto: Klaer
Anpacken. In Potsdam wurden nun die ersten Kartons verladen. Foto: Klaer

Potsdam - In Potsdam hat am Donnerstag der größte Umzug Brandenburgs seit Jahren begonnen. Der komplette Landtag, bislang untergebracht in der alten Reichskriegsschule auf dem Brauhausberg, wird in das neue Landtagsschloss im Zentrum umgesiedelt – und das innerhalb von nur vier Tagen. Rund 6000 Kisten müssen die Männer der Umzugsfirma aus den Büros holen, auf die Lastwagen verladen, zum neuen Landtag fahren und im richtigen Zimmer wieder abliefern. Als Erstes war gestern die Bibliothek dran, danach die Büros der CDU-Fraktion.

Bis 15 Uhr mussten alle Abgeordneten, Fraktions- und Verwaltungsmitarbeiter – insgesamt gut 300 Menschen – ihre Schlüssel abgeben und das Grundstück verlassen, um der Umzugsfirma freie Bahn zu lassen. Mit vier Lastern war diese im Einsatz, die permanent zwischen neuem und altem Landtag hin- und herpendelten. Noch kurz vor der Deadline herrschte Hochbetrieb in dem in die Jahre gekommenen Backsteinbau. Alles, was mitsollte, musste mit speziellen Aufklebern versehen werden, alle Umzugskisten mit maximal 20 Kilo befüllt und beschriftet. Auf den Gängen stapelten sich Berge von Papier, leere Aktenordner und vertrocknete Kakteen.

Unterdessen ging der Streit um das Eröffnungswochenende weiter. Am 18./19. Januar – einige Tage vor der ersten Sitzung – sollen Bürger den neuen Landtag besichtigen dürfen. Weil maximal 1400 Menschen gleichzeitig im Gebäude sein dürfen, werden dafür kostenlose Karten vergeben, die nur für ein bestimmtes Zeitfenster gültig sind. Offenbar gibt es aber weitaus weniger Karten als Interessenten, ein erstes Kontingent von 850 Karten war am Dienstag innerhalb von 30 Minuten verteilt. CDU, Linke und Grüne fordern nun unbegrenzten Zugang beziehungsweise einen weiteren Tag der offenen Tür. Katharina Wiechers

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