Berlin : Pädagoge bedroht: Brandsatz in Garten des Lehrers geworfen

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Offenbar aus Rache für schlechte Schulnoten haben zwei ehemalige Schüler eines Reinickendorfer Gymnasiums einen Lehrer massiv bedroht. Nach Angaben der Polizei waren die Tatverdächtigen seit Mitte 1998 mehrfach auf das Grundstück ihres Opfers eingedrungen und hatten dort Kinderspielzeug sowie Büsche in Brand gesetzt. Im April dieses Jahres warfen sie einen Molotow-Cocktail auf das Grundstück, der allerdings keinen größeren Schaden anrichtete. Der Mann erhielt außerdem mehrfach anonyme Anrufe und Schreiben. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft führten auf die Spur der beiden 21 und 22 Jahre alten ehemaligen Schüler des Lehrers.

Gestern ließ die Staatsanwaltschaft die Wohnung des 21-Jährigen durchsuchen. Dabei stellte sie mehrere Beweismittel sicher. Während der arbeitslose Mann eine Tatbeteiligung abstreitet, ist der 22-Jährige geständig. Er sagte nach Polizeiangaben aus, er habe den Lehrer gemeinsam mit seinem Mitschüler bedroht, weil sie bei ihm schlechte Noten bekommen hätten. Weil der Lehrer mit einer Ausländerin verheiratet ist, hatten die Ermittler ein ausländerfeindliches Motiv zunächst nicht ausgeschlossen.

Im November vergangenen Jahres hatte der durch einen Schüler verübte Mord an einer Lehrerin im sächsischen Meißen bundesweit Entsetzen ausgelöst. Nur kurze Zeit später wurden im bayerischen Metten drei Schüler festgenommen, die in ihrer Schule angeblich ein Blutbad planten. In Berlin hatte Anfang des Jahres der Fall eines Marzahner Lehrers Aufsehen erregt, der mit Morddrohungen und rechtsradikalen Parolen traktiert wurde. Mitte Juli hatten Steglitzer Schüler einem Lehrer über das Internet mit Mord gedroht.

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