Berlin : Paffhausen muss nicht vor Gericht

Ex-Stadtwerke-Chef zahlt fünfstelligen Betrag.

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Potsdam - Der im Juni 2011 fristlos entlassene Stadtwerke-Chef Peter Paffhausen muss sich nicht vor einem Gericht verantworten. Die Potsdamer Staatsanwaltschaft hat das Ermittlungsverfahren gegen den heute 62-Jährigen wegen des Verdachts der Untreue gegen Auflagen eingestellt: Er muss eine fünfstellige Summe zahlen. Das bestätigte Oberstaatsanwalt Helmut Lange. Die Entscheidung sei diese Woche gefallen. Laut Paffhausens Anwältin Heide Sandkuhl muss der Ex-Stadtwerke-Chef 35 000 Euro zahlen. Oberstaatsanwalt Lange wollte diese Aussage nicht kommentieren.

Paffhausen waren Geheimgeschäfte vorgeworfen worden, die er an Aufsichtsgremien vorbei mit dem Fußball-Drittligisten SV Babelsberg 03 (SVB), dessen Aufsichtsratschef er war, ausgehandelt haben soll. Laut einer im Juni 2012 im Hauptausschuss vorgestellten juristischen Expertise des Berliner Strafrechtlers Guido Frings handelte es sich um drei Darlehen der Stadtwerke-Tochter Energie und Wasser Potsdam GmbH (EWP) für den SVB und einen Sponsoring-Scheinvertrag. Dieser sollte dem Verein die Lizenz des Deutschen Fußball-Bundes für den Ligabetrieb sichern. Die Darlehen seien aber zurückgezahlt und Sicherheiten nicht gezogen worden, hieß es damals.

Wie Behördensprecher Lange erklärte, geht man nach den Ermittlungen von einer sogenannten „fremdnützigen Untreue“ aus. Im Gegensatz zu einer eigennützigen Untreue habe sich Paffhausen keine privaten Vorteile verschafft. Auch sei seinem Unternehmen kein wirklicher Schaden entstanden. Wegen dieser Erwägungen sei das Verfahren mit Zustimmung sowohl des Gerichts als auch des Beschuldigten gegen die Zahlung einer Geldsumme eingestellt worden. Henri Kramer

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