• Palast: Die Lampen sollen wieder angehen Verein setzt sich für Zwischennutzung der Ruine ein

Berlin : Palast: Die Lampen sollen wieder angehen Verein setzt sich für Zwischennutzung der Ruine ein

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Die Türen im vernagelten Palast der Republik könnten sich bald wieder öffnen – wenn sich Sponsoren finden, die 1,3 Millionen Euro aufbringen. „Eine kulturelle Zwischennutzung des Palastes der Republik rückt näher“, verkündete hoffnungsfroh ein jetzt gegründeter Verein. Er nennt sich „Zwischen Palast Nutzung“, sieht sein Konzept auch von Kulturstaatsministerin Christina Weiss unterstützt. Aus deren Ressort wird es, wie sie gestern erneut mitteilen ließ, kein Geld geben. Aber der Förderverein hoffe, aus der Wirtschaft die Mittel für eine provisorische Zwischennutzung zu erhalten, sagte die Vorsitzende Amelie Deuflhard.

Der Verein glaubt, dass 1,3 Millionen Euro für eine Grundinstandsetzung von gut einem Viertel des Gebäudes ausreichen. „In zwei bis drei Monaten sind wir an dem Punkt, an dem wir wissen, ob es klappt.“ Mit dem Bundesfinanzministerium als Eigentümer sei man im Gespräch. Das Ministerium verwies auf eine Stellungnahme der Bundesregierung, dass sie die Idee einer befristeten Nutzung unterstützt, wenn sie kein öffentliches Geld kostet und weitere Planungen nicht verzögert. Doch der Verein ist entschlossen, das Geld selbst aufzubringen. „Wir sprechen mit Unternehmen“, sagte Architekt Stefan Rethfeld aus der Geschäftsstelle. Der Verein sei nicht gegen den SchlossNeubau, wolle aber den vorzeitigen Abriss des Palastes vermeiden und ihn nur in Teilen (Foyer und ehemaliger Volkskammersaal) von 2004 bis 2006 nutzen. Es lägen über 200 Nutzungsideen für die Bereiche Theater, Konzert, Club, Führungen, Ausstellungen vor. Amelie Deuflhard, künstlerische Leiterin der Kulturstätte Sophiensaele, kann sich vorstellen, dass schon in diesem Jahr Wagner-Klänge durchs Haus schallen, Rethfeld denkt auch an Veranstaltungen zur EU-Osterweiterung oder zur Fußball-WM 2006.

Die Idee für eine Zwischennutzung des Palastes der Republik ist nicht neu. Die Internationale Expertenkommission Historische Mitte hatte sich 2002 dafür eingesetzt, unterstützt von Kultursenator Thomas Flierl und Mittes Baustadträtin Dorothee Dubrau. Beide werden vom Verein als „Unterstützer des Konzepts“ genannt, wie Stadtentwicklungssenator Peter Strieder, Adrienne Göhler, die Kuratorin des Hauptstadtkulturfonds, Daniel Barenboim, Günter Grass, Bernd Eichinger oder Peter Conradi, Präsident der Bundesarchitektenkammer. Aus Strieders Verwaltung war aber auch zu hören, dass der Plan einer Zwischennutzung aus Kostengründen als „gestorben“ galt.

Die Kulturstaatsministerin hatte bereits im vergangenen November eine Zwischennutzung befürwortet, als Konzepte öffentlich vorgestellt wurden. Die Oberfinanzdirektion, die das Gebäude verwaltet, sah Wiederbelebungsversuche kritisch, rechnete zwischendurch die Kosten einer provisorischen Herrichtung von 1,8 auf über 10 Millionen Euro hoch. Rund 60 Millionen Euro hatte die Asbestsanierung gekostet. Stefan Rethfeld sagte, auch wenn der neue Förderverein kein Bundesgeld erwarte, so hoffe er doch auf „Entgegenkommen“, etwa bei den Kosten für die Versicherung. C.v.L.

Weitere Informationen unter:

www.zwischenpalastnutzung.de

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