Berlin : Palastabriss: Vorwürfe der Gewerkschaft gegen Baufirma

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Die Industriegewerkschaft Bauen, Agrar und Umwelt hat die Auftragsvergabe zum Abbruch des Palastes der Republik am Donnerstag scharf kritisiert. Die vom Senat nach Ende des Ausschreibungsverfahrens als eines von drei Unternehmen ausgewählte Oldenburger Firma Ludwig Freytag GmbH & Co KG mit einer Zweigniederlassung in Beelitz südlich von Berlin habe in der Vergangenheit Mindestlöhne unterschritten, Betriebsratswahlen massiv behindert und Mitarbeiter willkürlich entlassen, erklärte der Geschäftsführer der IG Bau Berlin, Rainer Knerler. Es sei ein Skandal, wenn ein solches Unternehmen einen Prestigeauftrag dieser Art erhalte, sagte Knerler weiter.

Wie berichtet, sollte der Abbruch nach Berechnungen der Stadtentwicklungsverwaltung etwa 20 Millionen Euro kosten. Freytag will ihn dem Vernehmen nach für weniger als die Hälfte erledigen. Zu den Vorwürfen äußerte sich das Unternehmen gestern nicht.

Nach Tagesspiegel-Informationen lagen die meisten der Angebote weit unter dem vorher von der Verwaltung ermittelten Kosten. Das Angebot von Freytag habe deshalb keinen Anlass geboten, misstrauisch zu werden, hieß es in der Stadtentwicklungsverwaltung. Ausgeschlossen werden könne ein Unternehmen im Vergabeverfahren zudem nur, wenn Vorwürfe gerichtsfest festgestellt worden seien. Sonst drohten Schadenersatzansprüche. Ausführlich will die Verwaltung heute dazu Stellung nehmen.

Freytag war unter anderem zusammen mit einer anderen Firma beim Bau des Bahnhofs Südkreuz an der Papestraße eingesprungen, nachdem die dort tätige Walter Bau pleite gegangen war. cs/kt

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