Berlin : Pankow: Airport vor der Tür, aber keine Maschine über dem Haus

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Der Absturz einer Sportmaschine in Neukölln am Himmelfahrtstag hatte eine nicht geplante Aktualität gebracht. "Fluglärm, Schadstoffe und Absturzrisiko ohne Ende" war das Motto einer Diskussion, zu der die Reinickendorfer Bürgerinititiative gegen das Luftkreuz auf Stadtflughäfen ins Pankower Rathaus geladen hatten. Während Vertreter von PDS und Grünen die sofortige Schließung Tempelhofs forderten, sprach sich der SPD-Abgeordnete Christian Gaebler dafür aus, den Flughafen zunächst für kleine Maschinen und Sichtflüge zu sperren. Allgemein kritisiert wurde das Fernbleiben eines CDU-Vertreters.

Der Bürgerinitiative, die eine sofortige Schließung beider Stadtflughäfen fordert, ging es indessen vorrangig um Tegel. "Die in Tempelhof abgestürzte Maschine wog zwei Tonnen, hier starten Flugzeuge mit 90 bis 100 Tonnen", so der Vorsitzende Johannes Hauenstein im mit rund 100 Besuchern gut besetzten Rathaussaal. Bisher habe kein Politiker gesagt, wie dieses Gefahrenpotenzial abzustellen sei. Katastrophenschutzpläne beispielsweise für Schulen oder Tankstellen existieren nicht.

"Es gibt keinen Flughafen, an dem keine Betroffenen wohnen", sagte Michael Cramer von den Grünen. Deshalb gelte es, die negativen Auswirkungen zu minimieren. Die Tempelhofer Flüge könnten schon heute zum "exzellent" erreichbaren Flughafen Schönefeld verlagert werden. Innerdeutsche Reisen müssten auf die Schiene verlagert werden. Den verbleibenden Luftverkehr möchte Cramer in Kooperation mit anderen Flughäfen aufteilen, bei besserer Bahnanbindung wäre für ihn selbst Warschau ein alternativer Startplatz für die Berliner.

"Die Leute wollen den Flughafen vor der Haustür, aber keine Flugzeuge über dem Kopf", beschrieb SPD-Mann Gaebler das Dilemma. Missstimmung gab es, als als BI-Chef Hauenstein einem Bohnsdorfer Bürger das Wort abschnitt, der auf die Schönefelder Probleme verweisen wollte. "Ich komme ja auch nicht auf die Idee, zu Ihrer Anhörung zu fahren und über Tegel zu reden", erklärte Hauenstein. Die Frage, warum er sich dagegen wehre, dass die Flugplatzgegner an einem Strang ziehen, ließ er unbeantwortet - eine Haltung, von der sich der Grüne Cramer prompt distanzierte.

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