Pankow geht gegen Ferienwohnungen vor : Ruft! Nicht! An!

Unser Kolumnist Joachim Huber schreibt über die künftige "Ferienwohnungspolizei" (Fewopo) in Pankow - und wünscht sich, dass die Berliner keine Denunzianten werden.

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Wo gehts denn hier nach Tourististan? Immer mehr Gäste Berlins wollen lieber in stylischen Ferienwohnungen übernachten.
Wo gehts denn hier nach Tourististan? Immer mehr Gäste Berlins wollen lieber in stylischen Ferienwohnungen übernachten.Foto: picture alliance / dpa

Sie galten als „GEZ-Stapo“, die Außendienstmitarbeiter der Gebühreneinzugszentrale, als sie nach Schwarzsehern und Schwarzhörern in Berlin fahndeten. Jetzt, da die Rundfunkgebühr zum Rundfunkbeitrag mutiert ist und die GEZ abgeschafft, können die bösen Schnüffler gute Menschen werden. Und das geht so: Sie werden zu Mitgliedern der „Ferienwohnungspolizei“ (Fewopo) umgeschult. Ersteinsatzgebiet ist Pankow. Nach ungesicherten Schätzungen vermietet die Hälfte aller Bezirksbewohner ihre Wohnungen und Villen an randalierende Südländer und Nordlichter. Die schmutzen viel, die Vermieter machen viel Geld. Die Lärm- und Geruchsbelästigung plus Vernichtung von Wohnraum hat derart überhandgenommen, da musste durchgegriffen werden. Bisherige Probleme wie Hundekacke, Falschparken und Schwaben-Wecken sind da nicht mehr wichtig.

Nun ist die Fewopo auf sachdienliche Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Alle ehrlichen Pankowerinnen und Pankower sind aufgerufen, die üblen Profiteure zu melden. Ist ganz einfach: keine Nachtwache, keine Observation. Es genügt, dass der Nachbar mit Nebengeschäft nebenan wohnt. Ein Anruf zum Ortstarif – und die Fewopo rückt aus.

Nein, diese Zeilen haben nichts mit Nazis, mit SED und nichts mit Blockwarten zu tun. Sie handeln vom heutigen Berlin.

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