Berlin : Pankow hofft auf BMW: Unternehmen auf Standortsuche für ein neues Werk

C. v. L.

Ein neues BMW-Werk in Pankow mit etwa 3000 Arbeitsplätzen - es könnte in den nächsten Jahren Wirklichkeit werden. BMW-Sprecher Jürg Dinner bestätigte in München gestern allerdings nur, dass sich eine Delegation des Unternehmens in Pankow umgesehen hat, um sich die Örtlichkeiten für ein Autowerk anzuschauen, es andererseits über 50 Standortbewerbungen deutscher Städte und Gemeinden gebe. Über das Ergebnis der Visite wolle man sich prinzipiell nicht äußern, um nicht Spekulationen zu schüren und möglicherweise falsche Erwartungen zu wecken. Es handele sich um eine Entscheidung für die nächsten 20 bis 30 Jahre. Man werde gut überlegen müssen. Mitte nächsten Jahres soll über die Standortwahl entschieden sein.

Wirtschaftsstadtrat Martin Federlein (CDU) bestätigte, dass es sich bei dem besichtigten Gelände um ein 200 Hektar großes Areal zwischen der B 109, der Bucher und der Schönerlinder Straße handelt, nicht weit von der Autobahn und der S-Bahn entfernt und zum Teil von einem Feuerwerksunternehmen besetzt. Ein Areal mit gutem Verkehrsanschluss. Hier wollte sich vor einigen Jahren das kanadische Unternehmen Magna ansiedeln, die Pläne zerschlugen sich. Federlein sagte, über die mögliche Ansiedlung von BMW habe es Gespräche zwischen der Senatswirtschaftsverwaltung, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft und seiner Behörde gebeben, dabei sei Vertraulichkeit vereinbart worden. Berlin sollte mögliche Stolpersteine aus dem Weg räumen, sagte Federlein, "zwei Mal wird BMW nicht kommen". Die Senatsverwaltung teilte mit, man habe sich mit einer "dicken Mappe mit Argumenten für Berlin" beworben.

In Berlin beschäftigt BMW bereits rund 2300 Mitarbeiter, die in Spandau Motorräder bauen, ferner werden an der Spree sogenannte Automobilkomponenten hergestellt. BMW-Sprecher Dinner betonte, welches Modell das neue Werk produzieren werde, spiele zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch keine Rolle. Alle Werke hätten die Fähigkeit, mehrere Modelle zu produzieren. Hinweise auf eine Investitionssume von 1,8 Milliarden Mark wollte Dinner nicht bestätigen.

Der geplante kleine BMW aber werde in Regensburg anlaufen, weil eine vorhandene hochqualifizierte Mannnschaft schneller neue Modelle "verinnerlichen" könne. Insgesamt verfügt BMW über drei große Produktionsstätten in München, Regensburg und Dingolfing, das Berliner Werk, Zulieferwerke in Landshut und Wackersdorf sowie eine Werkzeugfertigung in Eisenach.

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