Pankow : Investoren interessieren sich fürs Stadtbad Oderberger Straße

13.07.2011 16:22 Uhrvon
Auf dem Trockenen. So bald scheint sich das stillgelegte Becken im Stadtbad Oderberger Straße nicht zu füllen. Dabei drängt die Investorensuche.Foto: Thilo Rückeis
Auf dem Trockenen. So bald scheint sich das stillgelegte Becken im Stadtbad Oderberger Straße nicht zu füllen. Dabei drängt die Investorensuche.Foto: Thilo Rückeis

Es dient als Partystätte, doch das ändert nichts am ruinösen Zustand des Stadtbads Oderberger Straße. Bis Ende 2011 soll aus der wegen eines lecken Beckens 1986 stillgelegten Anlage wieder ein öffentliches Bad werden.

Gerade war es wieder in den Glamour-Schlagzeilen, das Stadtbad Oderberger Straße in Prenzlauer Berg. Eine Hochglanzpostille feierte in der schicken Ruine des um 1900 errichten Baus eine Jubiläumsparty. Pierre Sarkozy, der Sohn des französischen Präsidenten, legte als DJ Mosey für die Reichen und Schönen auf, der Schampus floss in Strömen.

Partynächte wie diese ändern allerdings nichts am ruinösen Zustand des Neorenaissance-Baus, den die Stiftung Denkmalschutz Berlin 2007 für 100 000 Euro Kaufpreis vom Liegenschaftsfonds übernommen hat. Und zwar mit der Auflage, bis Ende 2011 wieder ein öffentliches Bad in der wegen eines lecken Beckens 1986 stillgelegten Anlage einzurichten.

Das will auch der Bezirk Pankow, wie Baustadtrat Michail Nelken (Linke) bestätigt, der das Bad ein „wichtiges Baudenkmal“ nennt. Doch bisher gelang es der privaten Stiftung Denkmalschutz Berlin nicht, den Bau – abgesehen von der gelegentlichen Zwischennutzung für Events – wieder zu beleben.

Weil die Frist langsam abläuft, will die Stiftung unter ihrem Vorstand Lothar de Maizière und dessen Stellvertreter Christian Melcher nun im Sommer ein offenes Interessenbekundungsverfahren durchgeführen. Sie favorisiert einen deutsch-amerikanischen Investor, der neben dem Bad noch einen Hotelneubau errichten will, mit diesem Konzept aber nicht in die Bezirksauflagen passt. Pankow müsse endlich eine Mischnutzung zulassen, sagt Christoph Melcher, ein reiner Schwimmbadbetrieb rechne sich nicht.

Verwundert über die Stiftung zeigt sich der Unternehmer Jasper de Gier. Der Immobilieninvestor sagt, er habe der Stiftung im Februar ein Kaufangebot für das Stadtbad Oderberger Straße unterbreitet. Er wolle 22 Millionen Euro in die denkmalgerechte Sanierung und acht Millionen Euro in eine neue Schwimmbadtechnik stecken. Neben der alten Schwimmhalle, die wieder allen Leuten zur Verfügung stehen soll, will er einen luxuriösen Spa-Bereich einbauen. Dieses Konzept habe er auch dem Bezirk und dem Liegenschaftsfonds zugänglich gemacht. Bis heute stehe eine Antwort der Stiftung Denkmalschutz aus.

Auch Barbara Jaeschke, Chefin der GLS-Sprachenschule an der Kastanienallee, interessiert sich für das Bad. Sie will es in ihren fünf Gebäude umfassenden Veranstaltungsort integrieren und in Teilen wieder der Öffentlichkeit zugänglich machen. Schon vor einem Jahr habe sie der Stiftung ihr Betreiberkonzept vorgelegt und es auch dem Bezirk vorgestellt. Dort sei es positiv aufgenommen worden, sagt sie, nicht jedoch von der Stiftung Denkmalschutz.

Umfrage

Sommerzeit ist Badezeit. Gehen Sie gerne in Berliner Seen schwimmen?

Service

Zehlendorf Blog

Wir möchten mit Ihnen ein Experiment wagen: Unsere Zehlendorf-Seite ist online - das digitale Magazin aus dem Berliner Südwesten. Ein journalistisches Produkt zum Mitgestalten. Jeden Tag kümmern wir uns, gemeinsam mit Jugendlichen und Leser-Reportern, um die spannendsten Geschichten aus dem Stadtteil, um lokale Politik und das Lebensgefühl der Menschen.
Der Zehlendorf Blog - das neue hyperlokale Online-Magazin

Entdecken Sie Berlin


Wo sind die besten Cafés der Stadt zu finden? Wo die besten Spielplätze? Oder wie finde ich die interessantesten Museen und Theater?
Mit der neuen Best-of-Berlin-App können Sie spielend Berlin entdecken.

Der Stadtleben-Blog

In Berlin kommt man nicht zur Ruhe. Zum Glück. Hier bloggen vier Tagesspiegel-Autoren über Kultur, Szene und Nachtleben der Stadt.
Berichte aus einer lauten Stadt

Nachrichten aus den Bezirken

Unser/e Leser/in blinder meint zum Artikel: Besuch im Reichstag bleibt umständlich:
Da von den aktuell 620 Abgeordneten bei den Sitzungen sowieso nur 20% anwesend sind, bleiben fast fünfhundert Sitze unbelegt. Hier könnte man doch die wartenden Besucher nach der obligatorischen Einlasskontrolle "zwischenparken".
Diskutieren Sie mit!

Weitere Themen

Willkommen im Tagesspiegel

In unserem Verlagsgebäude finden Lesungen und Salons, Konzerte, Vorträge und Seminare für Leserinnen und Leser statt, zu denen wir Sie herzlich einladen.
Das Stadtmagazin des Tagesspiegels.

Tagesspiegel-Spendenaktion

Erleben sie mit tagesspiegel.de die ganz besonderen Veranstaltungen in Berlin und Umgebung. Hier können Sie sich Ihre Tickets zum Aktionspreis sichern.

Weitere Tickets...