Pankow : Protest mit Prominenten

Mittlerweile vergeht im überschuldeten Pankow kaum eine BVV-Sitzung ohne begleitenden Protest. Schauspieler und Künstler wehren sich gegen Pläne für Pankows Thälmannpark.

Werner Kurzlechner

Die freien Träger von Kinder- und Jugendprojekten und die Musikschule Belá Bartok demonstrierten bereits lautstark. Am Mittwoch wehrte sich das „Aktionsbündnis Berliner Künstler gegen Kulturabbau in Pankow“ mit Trommelwirbeln „gegen den Versuch von SPD und Grünen, das Kulturareal Thälmannpark zu zerstören“. Dort sind das „Theater unter dem Dach“ oder auch die „Musikbühne Wabe“ untergebracht. Zu den 600 Unterstützern gehören Schauspieler wie Katja Riemann oder Peter Sodann.

Wegen Raummangels an den Schulen hatte die BVV beschlossen, ab dem Schuljahr 2010/11 eine Grundschule im Eliashof an der Senefelderstraße unterzubringen. Für die dortigen Kinder- und Jugendkultureinrichtungen in freier Trägerschaft lässt der Bezirk das Thälmannareal als Standort prüfen. Auf Antrag von SPD und Grünen, über den gestern bis Redaktionsschluss aber noch nicht entschieden worden war, soll die BVV nun eine externes Konzept zum Zusammenführen der kulturellen Angebote sowie ein Baugutachten zur möglichen Sanierung des Areals mittels Fördermitteln in Auftrag geben. Das Bezirksamt möge zudem, so der Antrag weiter, bis Dezember alternative Standorte für die Einrichtungen präsentieren, für die im Park dennoch kein Platz ist.

Die Kulturschaffenden im Park schlagen Alarm. Derzeit stünden 1200 Quadratmeter an Fläche zur Verfügung, die Initiativen vom Eliashof hätten eigenen Bedarf für 1100 Quadratmeter angemeldet, rechnet das Aktionsbündnis in einem Offenen Brief an den Regierenden Bürgermeister vor. „Mir fehlt die Fantasie, wie das zusammengehen soll“, sagte Bündnissprecher Jens Becker in der BVV-Sitzung.

Bezirksbürgermeister Matthias Köhne (SPD) verwies darauf, dass neben Bühnen und Galerien auch noch die Kulturverwaltung des Bezirks im Thälmannpark untergebracht sei: „Ich bin dafür, dass sich das als erstes ändert.“ Im Übrigen könne über die Zukunft des Areals erst auf Grundlage der externen Konzeption entschieden werden. wek

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