Berlin : Panne vor dem Saisonstart: Badewasser im Keller

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Charlottenburg. Ein öffentliches Sommerbad, das zum Saisonstart auf dem Trockenen liegt, ist für die Betreiber des Bades und vor allem für die erwartungsvollen Besucher ein Albtraum. So etwas ist bislang in Berlin auch kaum vorgekommen. Im Sommerbad Olympiastadion aber ist es nun geschehen. An diesem – vermutlich sehr warmen Wochenende – sollte die Eröffnung sein. Aber sie muss verschoben werden, weil das Bad auf dem Trockenen liegt. Es hat zu viel Wasser.

Alles schien bestens. Das Wasser war längst eingelassen, die technische Anlage funktionierte. Aber als das Personal morgens kam, um weitere Vorbereitungen für den Start des Publikumsverkehrs zu treffen, erlebte es eine herbe Überraschung. Der unter dem Bassin liegende Technikkeller voller Elektrik und Pumpen war vollgelaufen, mit Wasser aus dem Bassin. Das war bereits am vergangenen Montag und sprach sich so schnell nicht herum. Doch der Schaden konnte bislang nicht behoben werden, so dass sich der Start der Badesaison für das Sommerbad Olympiastadion vermutlich um Wochen verzögert. Termine wurden vorsichtshalber nicht genannt. Hans-Joachim Sell, der zuständige Regionalleiter der Berliner Bäderbetriebe, hoffte gestern, dass das Schwimmbad zu den großen Ferien, möglichst aber noch eher geöffnet werden kann.

Wie es zu dem großen Wasserschaden zu diesem unglücklichen Zeitpunkt kam, welches Ausmaß er hat und welche Kosten dafür aufzubringen sind, ist ungewiss. War es die Elektrik, war es die Hydraulik? Sell rechnete damit, dass die Untersuchungen in der nächsten Woche Klarheit bringen. Bislang wurde begonnen, das Kellergeschoss auszupumpen und Motoren zu trocknen.

Nicht nur die Bäderbetriebe, die ohnehin knapp bei Kasse sind, sondern vor allem das Publikum dürfte der vorläufige Verlust des Sommerbades am Olympiastadion schmerzen. An guten Tagen kommen bis zu 3000 Besucher. Auch wenn der Umbau des benachbarten Olympiastadions in vollem Gange ist, hätten sich viele Stammkunden vom Baulärm nicht abschrecken lassen.

Nicht auf dem Trockenen liegt das nahe Forumbad, das von den Wasserfreunden Spandau 04 genutzt wird. Mit einer Investition von 50 000 Euro hatten sie die drohende Stilllegung verhindert.C. v. L.

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