Berlin : Panther rhei

Hauptsache rosarot: Steve Martin stellte seine Version der berühmten Filmkomödie vor

Sebastian Leber

Komödien sind zum Lachen da. Zum Grinsen, Grölen, Schenkelklopfen. Steve Martin war bei seinem neuesten Film lange gar nicht nach Lachen zumute. Weil er Angst hatte.

Am 9. März kommt die Neuverfilmung von „Der Rosarote Panther“ in die deutschen Kinos, gestern war der US-Komiker im „Regent Hotel“ in Mitte, um Werbung zu machen. Steve Martin spielt im Film die Hauptrolle: den tollpatschigen Inspektor Jacques Clouseau. Also die Rolle, die im Original von 1963 vom Briten Peter Sellers gespielt wurde. „Mit Sellers als Clouseau bin ich aufgewachsen“, sagt Martin. Da habe er natürlich Angst gehabt, nicht an das Original heranzureichen. Zum Glück ist die Handlung des neuen Films eine komplett andere, so dass man die beiden Komödien schwer miteinander vergleichen kann. Der Meisterdieb namens „Phantom“ kommt diesmal nicht vor, stattdessen gibt es einen toten Fußball-Trainer und eine R’n’B-Diva (gespielt von Beyoncé Knowles). Nur der unsagbar wertvolle Diamant, der Rosarote Panther eben, ist wieder verschollen.

Auch die Witze sind nicht mehr die von 1963: Es wird laut gefurzt, es gibt Anspielungen auf Oralsex, eine Viagra-Tablette flutscht dem Inspektor aus der Hand in den Ausguss. In Amerika ist der Film bereits in den Kinos gelaufen, die Kritiken waren gemischt. So sei das eben mit Komödien, sagt Martin. „Sie sind etwas sehr Persönliches: Man kann niemanden davon überzeugen, sie lustig zu finden.“

Martins Kurzaufenthalt in Berlin ist sein erster Besuch seit 20 Jahren. An die Mauer kann er sich gut erinnern, auch an eine lange Nacht in der Paris Bar. Diesmal wird er nicht viel von der Stadt mitbekommen, sein Flieger geht noch am selben Abend zurück in die USA. Ob er sich mit deutschen Komikern auskenne? Einer fällt ihm ein: Otto Waalkes. Mit dem ist er vor vielen Jahren durch München spaziert. Und war überrascht, dass die Passanten alle nur „Otto“ schrien.

Zurück zum „Rosaroten Panther“. Der ist hochkarätig besetzt. Neben Steve Martin und Beyoncé Knowles sind auch Kevin Kline und der Franzose Jean Reno dabei. Von Letzterem ist Steve Martin begeistert: „Wenn ein ernsthafter Schauspieler in einer Komödie mitmacht, denkt er oft: Oh, jetzt muss ich wohl witzig sein.“ Bei Reno sei das anders gewesen, der habe sofort die „nötige Balance“ gehabt. Für ihn selbst war die größte Herausforderung das Sprechen mit Akzent – denn Inspektor Clouseau ist bekanntlich Franzose. Also nahm Martin wochenlang Sprechunterricht bei einem „Akzent-Coach“ und probierte das Erlernte in seiner Freizeit aus. „Sogar mit meinem Hund habe ich mit französischem Akzent gesprochen.“

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