Berlin : Papamobil am Salzufer

Vor zehn Jahren besuchte ein Papst erstmals Berlin Ein Modell des Wagens steht in der Mercedes-Welt

André Görke

Am Salzufer steht das weiße Papamobil, stets poliert und durchgesaugt, samt goldumrandetem Kennzeichen: „SCV 7“. Das steht für Stato della Città del Vaticano; das Fahrzeug mit der Ziffer „1“ rollt gerade durch München. „Eine beliebte Attraktion“ sei das nachgebaute Papamobil, heißt es in der Mercedes-Welt, nicht nur jetzt, da Papst Benedikt XVI. zu Gast ist in Deutschland und – im Flugzeug darauf angesprochen – sich einen Besuch in Berlin vorstellen kann. Konkrete Planungen dafür gebe es aber noch nicht. „Ich bin ja ein alter Mann, wie viel Zeit mir der Herr noch gibt, weiß ich nicht“, sagte der 79-Jährige. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit ließ schnell über einen Sprecher klarstellen, dass der Papst „immer eingeladen“ sei.

Zehn Jahre ist es her, dass ein Papst die Stadt besucht hat – und zum ersten Mal überhaupt. Am 23. Juni 1996 war es, als Johannes Paul II. am damaligen Sonntagmorgen in Tegel landete und von knapp 100 000 Menschen im Olympiastadion gefeiert wurde. Nach einem Mittagessen, angerichtet vom Chefkoch des Wilmersdorfer St.-Gertrauden-Krankenhauses, fuhr er mit dem Papamobil – ein Mercedes G230, Neupreis: 300 000 Euro – Unter den Linden entlang. Dort gab es nicht nur Applaus, es flogen auch Eier. Mit Bundespräsident Roman Herzog ging er durch das Brandenburger Tor. Am Abend verließ er Berlin wieder.

An das Papamobil in der Tiefgarage kann sich der damalige Manager des Olympiastadions, Peter Schließer, noch erinnern, auch wenn der Papst in Berlin vor allem mit dem Hubschrauber unterwegs war. „Ich habe Papst Johannes Paul II. sogar in den Katakomben getroffen“, erinnert sich Schließer. „Er kam gerade aus der Kabine, wo eine provisorische Kapelle eingerichtet war, er sagte auf Englisch, dass er jetzt ins Stadion gehe.“ Im Schritttempo rollte der Papst schließlich über die Tartanbahn.

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