Berlin : Paradies in Dahlem

Dorothee Nolte

Da liegt ein Park einfach so herum und keiner hat’s gemerkt. Wer wusste schon, dass der Museumskomplex Dahlem einen prächtigen Hintereingang in der Arnimallee hat? Eltern wussten, dass dort der Eingang zum Juniormuseum des Ethnologischen Museums liegt, wo Kinder über heißen Wüstensand laufen und sich als Tuareg verkleiden können. Kenner wissen auch, dass in dem Bruno-Paul-Bau seit einem Jahr das Museum Europäischer Kulturen sitzt mit seiner Ausstellung „Die Stunde Null – Überleben 1945“. Aber den parkähnlichen Garten vor dem Altbau? Hat man irgendwie nie wahrgenommen. Er lag halt so rum, unbelebt und abweisend.

Aber seit wenigen Tagen leuchtet auf der Rasenfläche ein knallbuntes tibetisches Zelt und auf der großzügigen Terrasse, die zuvor nur dazu diente, die Füße der Museumsbesucher und -mitarbeiter zu tragen, stehen jetzt einladende Teakholz-Tische und Stühle, umrahmt von Blumenkübeln. Hier kann man nun in der Sonne oder im Schatten der riesigen alten Buchen Kaffee trinken und köstlichen Kuchen genießen – während der Nachwuchs auf der Wiese um das tibetische Zelt herumtollt oder in einer Hängematte schaukelt. Paradiesische Ruhe umgibt alle, die sich hier einmal wie Dahlemer Gartenbesitzer fühlen können.

Und die Familienmitglieder, die von Bällen nicht lassen können, schickt man einfach um die Ecke: Im Foyer des Neubaus in der Lansstraße eröffnet am 16. Juni eine Ausstellung über Ball-Spielkulturen aus aller Welt.

Museumscafé, Arnimallee 25, täglich außer montags 10 bis 18 Uhr. Ethnologisches Museum und Museum Europäischer Kulturen: geöffnet dienstags bis freitags 10 bis 18 Uhr (Juniormuseum 13 bis18 Uhr), sonnabends und sonntags 11 bis 18 Uhr

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