Paralympics : Boxenstopp in Brasilien

Viele Freiwillige aus aller Welt wollen bei den Paralympics helfen. Die Orthopädietechniker von Ottobock sind bei den Spielen unentbehrlich.

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Bereit für Rio. Elisabeth Quack, Leiterin Ottobock Science Center; Christin Gunkel, Chief Marketing Officer Otto Bock HealthCare ; Matthias Heimbach, Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft; Maria Luiza Ribeiro Viotti, Botschafterin von Brasilien ; Dr. Karl Quade, Vizepräsident Leistungssport des Deutschen Behindertensportverbandes und Julian Napp, Chef- Techniker der Ottobock Werkstätten (v.l.) beim Pressetermin unter dem Motto "Paralympics in Rio - der Countdown läuft" im Ottobock Science Center Berlin an der Ebertstraße 15a in Berlin-Mitte .
Bereit für Rio. Elisabeth Quack, Leiterin Ottobock Science Center; Christin Gunkel, Chief Marketing Officer Otto Bock HealthCare ;...Foto: Thilo Rückeis

Im Science Center des Medizintechnik-Unternehmens Ottobock am Potsdamer Platz lehnt eine Beinprothese an der Wand. Sie ist gelbgrün designt, mit brasilianischer Flagge, und sie deutet an, worauf sich das im paralympischen Sport seit Jahrzehnten engagierte Unternehmen vorbereitet: die Weltspiele der Menschen mit Behinderungen in Rio de Janeiro vom 7. bis 18. September 2016.

Freiwillige Orthopädietechniker aus 26 Nationen

Für die technische Unterstützung der rund 4350 erwarteten Athleten aus 176 Ländern schicken Ottobock, die einst in der Kreuzberger Köpenicker Straße gegründet wurden, ein großes Team von Freiwilligen nach Brasilien. Es werden 77 Orthopädietechniker und andere Experten aus 26 Nationen in der Hauptwerkstatt im Paralympischen Dorf, in den 13 Satellitenwerkstätten, im mobilen Team und der 24-Stunden-Bereitschaft bereitstehen, sagte Christin Gunkel, Chief Marketing Officer der Ottobock HealthCare GmbH. Es sind Menschen wie Techniker Julian Napp, seit den Spielen von London 2012 „vom paralympischen Virus infiziert“. Berliner Orthopädietechniker haben schon extra Urlaub genommen, um den Athleten gratis Rollstühle zu schweißen oder Kniegelenke zu justieren. Über die Leidenschaft Paralympics, bei denen sich immer zehntausende Volonteers aus aller Welt engagieren, informiert jetzt auch eine neue Ausstellung im Science Center an der Ebertstraße 15a.

Starke Konkurrenz fürs deutsche Team

Nach Auskunft von Karl Quade, dem Vizepräsident Leistungssport des Deutschen Behindertensportverbandes und jahrelangen Chef de Mission der deutschen paralympischen Nationalmannschaft, werden gut 140 Athletinnen und Athleten sowie fast 90 Betreuer, Ärzte und andere Ehrenamtliche mit nach Rio de Janeiro fliegen. In London 2012 hatte die deutsche Mannschaft mit 66 Medaillen den 8. Rang erreicht, natürlich wolle man „wieder sportlich erfolgreich sein“, sagte Quade. Die Konkurrenz vor allem aus Brasilien, China, den USA oder auch Großbritannien sei aber sehr stark.

Mit dabei sein wird auch Rollstuhlbasketball-Nationalspieler Matthias Heimbach, der bald zum Training nach Rio fliegt und sich bei Botschafterin Maria Luiza Ribeiro Viotti schon mal nach „den Places to be“ erkundigte. Diese rechnet mit großer Medienaufmerksamkeit auch für die Paralympics-Themen Toleranz, Völkerverständigung, Menschenrechte und Inklusion. In den öffentlichen Bussen, wissen Ortskundige, gibt es jetzt immerhin Rollstuhlfahrerplätze. Genauer: einen pro Bus. Über die Bedeutung der Inklusion fürs Land berichten auch wieder die Nachwuchsreporter der Paralympics Zeitung der Herausgeber Der Tagesspiegel und Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV).

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