Berlin : PARIS Umschalten auf „Wachsamkeit Rot“

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In Frankreich gilt seit den Anschlägen in Madrid die höchste Alarmstufe, „Vigipirate Rouge – Wachsamkeit Rot“. Für Fahrgäste auf den Bahnhöfen bedeutet dies: Regelmäßig und unübersehbar sichern Gruppen von schwer bewaffneten Polizisten mit Maschinengewehren im Anschlag die Bahnsteige; kurz vor der Abfahrt der Züge werden Koffer und Gepäckstücke hastig und ohne Rücksicht auf die Privatsphäre der Reisenden durchwühlt. Gepäckstücke dürfen in den Zügen nicht mehr in Netzen und Kofferfächern untergebracht werden, sondern nur neben oder zu Füßen ihres jeweiligen Besitzers. Zusätzlich zu hunderten SpezialEinheiten und Gendarmen sind seit dem Wochenende rund 500 Soldaten allein auf den Pariser Bahnhöfen im Einsatz. Das alles ist auch im Licht der Drohungen einer bislang nicht identifizierten Terrorgruppe „AZF“ zu sehen, die Frankreichs Regierung damit droht, auf zwölf Bahnlinien Sprengstoffpakete hochgehen zu lassen.

Ähnliche Szenen auf den Flughäfen, wo in Frankreich allerdings schon längst extreme Sicherheitsvorkehrungen herrschen. Zweimalige Passkontrolle vor dem Boarding ist schon seit zwei Jahren Routine, neuerdings werden die Passagiere nach der Ticketkontrolle und dem Sicherheitscheck noch einmal vor dem Betreten des Flugzeugs auf ihre Identität hin kontrolliert. Zusätzlich hat die Regierung in Paris – ähnlich wie kurz nach dem 11. September 2001 – die Routen bestimmter Fluglinien leicht verändert, um Überflüge von Atomkraftwerken und gefährlichen Industriezonen zu vermeiden. Außerdem stehen im Norden und im Süden Radarflugzeuge bereit, die ungewöhnliche Flugbewegungen in niedriger Höhe orten können. sah

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