Berlin : Pariser Platz: Strieder will "keinen Stau produzieren"

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Verkehrssenator Peter Strieder möchte auf keinen Fall alte Bilder heraufbeschwören. "Wir können es uns in der Stadt nicht leisten, Stau zu produzieren", heißt es in seiner Verwaltung vorbeugend auf die Frage, welche neuen Schwerpunkte Rot-Grün in der Verkehrspolitik in Berlin setzen will. Das Thema Verkehr hatte während der ersten rot-grünen Koalition 1989/90 für ideologische Konflikte gesorgt. Die Einführung von Tempo 30, Busspuren auf dem Kurfürstendamm und Tempo 100 auf der Avus riefen erbitterte Proteste in der Bevölkerung hervor.

Natürlich müsse man für die Innenstadt langfristig ein vernünftiges Konzept finden, sagt Strieders Sprecherin Petra Reetz. Aber in der derzeitigen Situation gehe es beispielsweise nicht darum, das Brandenburger Tor für den Verkehr zu schließen. "Wir haben zu dieser Ost-West-Verbindung derzeit keine Alternative", sagt Reetz. Dringenden Handlungsbedarf erkennt sie für die stark frequentierte Gegend rund um den Hackeschen Markt: "Hier muss etwas geschehen." Details nennt sie jedoch nicht. Bewegung komme auch in das Thema einer Straßenbahnlinie über die Leipziger Straße hin zum Kulturforum. Dieses Projekt war vom bisherigen Koalitionspartner CDU stets blockiert worden.

Für den Verkehrsexperten der Bündnisgrünen Michael Cramer dagegen ist klar, dass der Pariser Platz als gute Stube Berlins so bald wie möglich autofrei sein sollte. Den Verkehr könne man über die vierspurige Behrenstraße leiten. Zudem müsse man sich dem Ziel wieder nähern, in Berlin ein Verhältnis von 80 Prozent Öffentlichen Verkehrsmitteln zu 20 Prozent Privatfahrzeugen zu erreichen. Davon sei man derzeit weit entfernt.

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