Berlin : Parkeisenbahn:Orden für Mitarbeiter

Auf den ersten Blick passt es nicht zusammen: Ein ehrenamtlicher Mitarbeiter der Parkeisenbahn in der Wuhlheide, bei der es zahlreiche Missbrauchsvorfälle an Kindern und Jugendliche durch Ehrenamtliche gegeben hat, erhält jetzt das Bundesverdienstkreuz, genau genommen die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik. Der Geehrte steht aber nicht im Verdacht, an den Straftaten beteiligt gewesen zu sein. Und die Verdienstmedaille, die unterste Stufe der Auszeichnungsmöglichkeiten, erhält Bernhard Schreiber für seinen Einsatz nach einem Brandanschlag im April 2007, bei dem mehrere Fahrzeuge zerstört oder beschädigt worden waren.

Schreiber, Jahrgang 1944, habe sich seit 1990 bei der Parkeisenbahn engagiert, teilte das Bezirksamt Treptow-Köpenick mit. Nachdem er sich nach seiner Pensionierung zunächst vom Ehrenamt zurückgezogen hatte, habe er sich nach dem Brandanschlag für den Wiederaufbau der beschädigten Fahrzeuge eingesetzt – erfolgreich. Mit Schreibers Hilfe gelang es, mehrere Unternehmen, darunter waren auch die S-Bahn und die Thyssen Krupp Gleistechnik, zu beteiligen. Heute koordiniert Schreiber die Arbeitseinsätze von BVG-Auszubildenden, die der Parkeisenbahn beim Gleisbau helfen.

Vorschläge zum Verleihen der Verdienstmedaille kann jeder machen. Schreiber kam im März 2011 auf die Liste, als der Missbrauch öffentlich noch nicht bekannt war. Am Prüfverfahren für die Verleihung werden in der Regel alle fachlich berührten Behörden und Institutionen beteiligt, heißt es beim Bundespräsidialamt. Förmlich verleiht der Bundespräsident die Medaille. Überreicht wird sie Schreiber am 7. Dezember von Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD).kt

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