Berlin : Parkidyll mit historischer Musik

du-

Ein zweistelliger Millionenbetrag für den Gutspark Kladow: Eine Summe in dieser Höhe will die Stiftung Lebensfarben nach Angaben ihres Vorstandes in die Wiederherstellung des historischen Parkensembles investieren. Ein Großteil des Geldes wird dem geplanten Museum für historische Tasteninstrumente zu Gute kommen. Anstelle des hier zuletzt ansässigen Erholungsheims der Arbeiterwohlfahrt entsteht ein Konzertsaal mit 300 Plätzen, dessen Besucher künftig den Klängen von Klavieren lauschen können, auf denen schon Beethoven oder Mozart komponiert haben.

Der Park mit dem historischen Gutshaus sei ein außergewöhnliches Ensemble aus Landschaftsarchitektur, Kunst und historischer Nutzung, heißt es im Konzept der Stiftung. Er spiegele anschaulich die Geschichte Preußens mit all ihren Höhen und Tiefen wider. Die einst nach Lennéschen Vorstellungen entstandene Grünanlage einschließlich ihres Staudengartens mit Wasserbecken sowie die Pergola mit Eselsreitermotiv sollen neu entstehen. Auch der Wiederaufbau des Naturtheaters ist vorgesehen, hier sollen künftig Sommerkonzerte stattfinden.

Das um 1800 nach Plänen des Schinkel-Lehrers David Gilly errichtete Gutshaus wird nach historischem Vorbild saniert und dann als kultureller Treffpunkt für den Spandauer Süden genutzt. Zum nahen Konzertsaal werden auch ein Café und das Museum mit über 30 bis zu 300 Jahre alten Tasteninstrumenten gehören, die nicht nur erhalten, sondern auch bespielbar restauriert werden. Die Instrumentensammlung, zu der später noch Orgeln hinzukommen werden, ist bereits in Berlin eingetroffen, berichtete Hubert Jenner. Sie wird zunächst in einem Loft in der Gerichtstraße in Wedding gezeigt.

Seit Oktober ist der Gutspark an drei Wochentagen geöffnet. Im Gutshaus gibt es eine erste Ausstellung über die Geschichte der Anlage, im Torhaus können sich die Besucher über den Stand des Projektes informieren. Monatlich gibt es eine größere Veranstaltung. Die Stiftung "Lebensfarben" soll die Gebäude und einen kleinen Teil der Freiflächen im kommenden Frühjahr erwerben. Im Rahmen einer fünfjährigen Testphase hat "Lebensfarben" dann die Option, auch den restlichen Park zu übernehmen. Die drohende Wohnbebauung in diesem Bereich ist damit endgültig vom Tisch. Die Stiftung Lebensfarben verfügt neben dem kulturellen auch über einen sozialen Bereich. Sie fördert stadtweit die Projekte "Zuhause im Kiez" für HIV-Infizierte und Aids-Kranke sowie "ZeitRaum" zur Integration von Menschen mit psychischen Erkrankungen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben