Parkverbote : Abgeschleppt: Wenn der Kiez zum Drehort wird

Ab 7 Uhr Parkverbot: Viele Autofahrer ärgern sich über Dauerstau, Baustellen und die leidigen Regularien der Umweltzone. Richtig bunt wird es aber erst, wenn Filmteams die wenigen Parkplätze überraschend zur Parkverbotszone erklären.

Henning Onken
abschleppdienst
Und tschüss! Manche Parkverbotszonen werden überraschend eingerichtet. -Foto: Mike Wolff

BerlinAnwohner des Teutoburger Platzes in Prenzlauer Berg kennen diese Situation seit etwa vier Wochen: Durch einen Filmdreh wird die Gegend zur Halteverbotszone, die Falschparker werden abgeschleppt.

An diesem Donnerstagmorgen traute ein Anwohner jedoch seinen Augen nicht: Sein Auto, das er tags zuvor in der Angermünder Straße abgestellt hatte, stand nun in einer Parkverbotszone. Ein Hinweisschild hatte er in den letzten Tagen nicht entdecken können.  "Die Schilder müssen erst spät am Abend aufgestellt worden sein", mutmaßt der Familienvater.

Unbeaufsichtigt abgestellte Autos werden so schnell zur Kostenfalle, denn der Halter kann sich nicht darauf berufen, dass ihm die kurzfristig aufgestellten Halteverbotsschilder entgangen sind. Bis zu 303 Euro kostet der Einsatz eines Abschleppwagens, abhängig vom Wochentag, Uhrzeit und der Größe des Fahrzeugs. Selbst wenn der Halter seinen Wagen noch "von der Lade retten" kann, muss er für die Anfahrt des Abschleppdienstes bis zu 194 Euro zahlen.

72 Stunden Zeit, um das Auto umzuparken

Fahrzeughalter sind ohnehin dazu verpflichtet, sich um ihren abgestellten Wagen zu kümmern: "Ein Autofahrer, der seinen Wagen auf einer öffentlichen Straße zunächst ordnungsgemäß geparkt hat, darf sich nicht darauf verlassen, dass dort das Parken auch noch nach drei Tagen erlaubt ist." So urteilt das Berliner Verwaltungsgericht über die Parksituation in der Hauptstadt.

Anlässe für kurzfristig eingerichtete Parkverbotszonen sind häufig Großveranstaltungen, Bauarbeiten oder Umzüge. In aller  die Regel werden diese auch längerfristig angekündigt, etwa durch Zettel an Hauseingängen der betroffenen Straßen. Zuständig für die Genehmigung von vorübergehenden Parkverbotszonen sind die Straßenverkehrsbehörden der Bezirke. Wer allerdings gerade in den Urlaub fliegen will, sollte überlegen, Freunde mit der "Parkplatzpflege" zu beauftragen.

Haben auch Sie Erfahrungen mit überstürzt eingerichteten Halteverboten in Berlin? Schreiben Sie einen Kommentar unter diesen Beitrag!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben