Parlament : HINTER DEN KULISSEN

Ein sprachloser Sarrazin und eine jecke Senatorin

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Sarrazin

Legendär sind die Sprüche des SPD-Finanzsenators. Aber selbst wenn Thilo Sarrazin keinen markigen Spruch parat hat, findet er Gehör. Der CDU-Abgeordnete Peter Trapp wollte am Donnerstag im Parlament von Sarrazin wissen, wie viele Diensthandys mit Radiofunktion die Verwaltungen haben und wie hoch die vom Senat zu bezahlende GEZ-Gebühr ist. Sarrazin, der so ziemlich alle Angaben über Kosten parat hat, sagte mit dem Brustton der Überzeugung: „Ich habe keine Ahnung, Herr Abgeordneter.“ Seine Ehrlichkeit wurde mit allgemeinem Gelächter quittiert. Dabei wollte Trapp nur auf mögliche Zusatzkosten hinweisen: Bei einer Monatsgebühr von 5,52 Euro für Handys mit Radiofunktion käme wohl eine recht hohe Summe heraus.

Um 11 Uhr am Donnerstag gab Klaus Wowereit den Namen von Sarrazins Nachfolger bekannt. Eine Stunde später stellte sich Ulrich Nußbaum bei der SPD-Fraktion und danach bei der Linksfraktion vor. Nußbaum erzählte von seinem Vater, der Schriftsetzer gewesen sei. Das hörte vor allem SPD-Fraktions- und Landeschef Michael Müller gern. Auch sein Vater ist gelernter Schriftsetzer. Vater und Sohn Müller führen auch heute noch eine Druckerei im Familienbetrieb. So verabredeten sich Müller und Nußbaum zu einer baldigen Druckereibesichtigung.

Berlin ist nicht das Rheinland. Deshalb ist dem Berliner der unsinnige Donnerstag, auch Weiberfastnacht oder Weiberfasching genannt, ziemlich gleichgültig. Ein bisschen Karnevalsstimmung kam am Donnerstag im Parlament aber doch auf: Umweltsenatorin Katrin Lompscher wurde gefragt, warum es Lärmauflagen beim Karnevalszug an diesem Sonntag gebe. Vor dem Hintergrund des „integrationspolitischen Anspruchs“ solle man doch bitte auch „andere Kulturen und Brauchtümer wie zum Beispiel die rheinischen“ respektieren. Die Linkspolitikerin antwortete schlagfertig, sie sei zwar eine „größere Freundin des Karnevals der Kulturen“, toleriere aber auch „sonstige Karnevalsformen“. Die Lärmmessungen seien angeordnet worden, weil es beim Umzug vor einem Jahr Beschwerden gegeben habe. Die Heiterkeit sei offensichtlich „zu groß“ gewesen. Sabine Beikler

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