Parteibeitritt : Die Linke will Lucy Redler nicht haben

Die Linke keine Volkspartei? Zumindest keine Partei für alle. Lucy Redler, frühere Spitzenkandidatin der Berliner WASG, möchte gerne in die Linke eintreten. Die Schiedskommission der Partei hat sich nun gegen die Aufnahme der streitbaren Trotzkistin entschieden.

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In der Linkspartei unerwünscht: Lucy Redler. -Foto:ddp

BerlinDer früheren Berliner WASG-Spitzenkandidatin Lucy Redler bleibt es verwehrt, Mitglied der Linken zu werden. Das hat die Landesschiedskommission der Partei am Mittwochabend entschieden. Redlers Ausführungen in der Verhandlung würden darauf hindeuten, dass sie nicht bereit sei, demokratisch gefasste Beschlüsse beispielsweise von Parteitagen zu akzeptieren, begründete die Kommission ihre Ablehnung.

Im Herbst 2006 hatte die 29-jährige Trotzkistin die „Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit“ (WASG) in Konkurrenz zur Linken in den Abgeordnetenhauswahlkampf geführt. Ihre Partei scheiterte mit 2,9 Prozent, verweigerte sich in Berlin der bundesweiten Fusion von PDS und WASG zur neuen Linken und zerfiel dann in mehrere Splittergruppen. Lucy Redler zog sich zunächst auf die Arbeit in der „Sozialistischen Alternative“ (SAV) zurück, eine bundesweit agierende trotzkistische Gruppierung. Im September 2008 trat sie, wie vorher schon viele andere SAV-Mitglieder, in die Linke ein.

Der Kreisverband Neukölln nahm Redler auf, aber der Vizebundeschef der Linken, Klaus Ernst, erhob bei der Landesschiedskommission Einspruch gegen die Aufnahme. Er warf Redler vor, Grundsatzpositionen der Linken zu missachten. Redler hatte angekündigt, in der Linken einen starken marxistischen Flügel aufbauen zu wollen. Auch lehnt sie gemeinsame Regierungen mit der SPD ab. za

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