Berlin : Parteien umwerben Unentschlossene

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Mit einer Schlussoffensive wollen SPD und CDU kurz vor dem Wahlsonntag die Unentschlossenen auf ihre Seite ziehen. Die Sozialdemokraten haben ihre Plakate mit gelben Aufklebern versehen: "Klarheit schaffen - SPD". Zudem werden 800 000 Exemplare eines Wahlaufrufs verteilt, in dem der SPD-Spitzenkandidat Klaus Wowereit dazu auffordert, am 21. Oktober "für eine demokratische Partei zu stimmen". Sozialdemokraten seien immer zur Stelle gewesen, wenn es in der Geschichte der Stadt darauf angekommen sei, die Weichen für ein "freies, starkes, soziales und erfolgreiches Berlin" zu stellen.

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Die Christdemokraten wollen ihre Wahlaussichten mit der eindringlichen Warnung vor einem "Linksruck" verbessern. 1,2 Millionen Faltblätter werden in der gesamten Stadt verteilt, in denen der Spitzenkandidat der Union, Frank Steffel, die Wähler bittet: "Geben Sie uns die Chance, die Interessen der schweigenden Mehrheit engagiert zu vertreten." Grüne und PDS seien "ein Sicherheitsrisiko". Die CDU-Spitze befürchtet offenbar, dass die meisten Wähler bereits von einer Regierungsbildung unter Führung der SPD ausgehen und ihr Wahlverhalten danach ausrichten. Deshalb klebt jetzt auch die Union gelbe Zettel auf ihre Plakate, im Jargon professioneller Wahlkämpfer "Störer" genannt: "Nicht taktieren" und "Linksruck verhindern".

Die Union kämpfe und stehe geschlossen hinter Steffel, versicherte gestern der CDU-Wahlkampfleiter Volker Liepelt. Am Sonntagabend werde eine Drei vor dem Wahlergebnis für die CDU stehen. Glaubt er noch an das Wahlziel der CDU, stärkste Partei zu werden? "Es ist alles drin." Die Festlegung der FDP auf ein Regierungsbündnis mit der SPD kommentierte Liepelt mit den Worten: "Das werden die noch einmal bereuen." Mit Rot-Grün könnten die Liberalen keine bürgerliche Politik machen. Ampelkoalitionen seien sehr instabil.

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