Parteien-Vergleich : Übereinstimmungen links von der Mitte

Ein Überblick darüber, wie die drei Parteien SPD, Linkspartei und Grüne unterschiedliche Akzente setzen und wo es inhaltliche Überschneidungen gibt.

Berlin - Nach der Berliner Abgeordnetenhauswahl am Sonntag könnte es den Umfragen zufolge für eine Fortsetzung der rot-roten Koalition ebenso reichen wie für ein rot-grünes Bündnis. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hält sich beide Optionen offen. Mit der Linkspartei hat er bislang recht reibungslos zusammengearbeitet. Ein Bündnis mit den Grünen hingegen könnte es ihm leichter machen, seine bundespolitischen Ambitionen voranzutreiben.

Arbeit und Wirtschaft: SPD und Linkspartei setzen einen Schwerpunkt auf Erhalt und Schaffung von Industriearbeitsplätzen, von denen die Hauptstadt in den vergangenen Jahren viele verloren hat. Ebenso wie die SPD bauen die Grünen auf die Kultur- und Gesundheitswirtschaft, der Öko-Partei ist außerdem die Umweltbranche wichtig. Die Linken treten für mehr öffentlich geförderte Beschäftigung ein.

Mit Rot-Grün könnte die SPD personell punkten: Denn die Sozialdemokraten könnten ihren Landes- und Parteivorsitzenden Michael Müller als Wirtschaftssenator in die Regierung entsenden, während dieses Amt bei Rot-Rot der Linkspartei-Spitzenkandidat Harald Wolf behalten dürfte.

Bildung: SPD, Linkspartei und Grüne treten für eine Gebührenfreiheit der Kindertagesstätten ein. Die Sozialdemokraten plädieren ähnlich wie die Grünen für mehre Eigenständigkeit der Schulen. Die Linkspartei fordert in ihrem Wahlprogramm mittelfristig die Einführung einer Einheitsschule bis zum zehnten oder zwölften Schuljahr, was allerdings Wowereit scharf zurückweist. Alle drei Parteien setzten sich zudem für die ein gebührenfreies Studium ein.

Integration: Die SPD dringt auf verpflichtende Angebote zum Erlernen der deutschen Sprache und eine Beschleunigung der Einbürgerungsverfahren. Auch die Linkspartei setzt auf die Sprachförderung und fordert ebenso wie die Grünen einen höheren Anteil von Migranten im öffentlichen Dienst. Die Grünen treten außerdem für die Auflösung der zentralen Ausländerbehörde ein und wollen diese durch "wohnortnahe und serviceorientierte" Einrichtungen ersetzen. (tso/AFP)

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