Berlin : "Partner für Spandau": Der Widerspenstigen Zähmung

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"Alles wird gut" lautet einer der Lieblingssprüche von Stadtrat Gerhard Hanke (CDU) im Dauerstreit um den Weihnachtsmarkt. Doch so ganz wollten die Bezirksverordneten im Kultursausschuss dem Frieden noch nicht trauen. Zwar zeigten sich die Darsteller der unendlichen Geschichte vor dem Gremium versöhnlich, doch noch ist die politisch verordnete Zwangsehe zwischen AG Altstadt und Wirtschaftshof nicht vollzogen.

Wie berichtet, haben zunächst beide Organisationen eigene Anmeldeformulare an die Händler verteilt. "Das ist Geschichte, schauen wir nach vorne", tat Hanke entsprechende Nachfragen der SPD ab. Noch allerdings bemüht sich die AG Altstadt im Alleingang, den traditionellen Schausteller-Rummel vor dem Rathaus durch einen Handwerksmarkt zu ersetzen. Eine Idee, der vom Stadtrat keine Chancen einräumt werden. Der Wirtschaftshof hat indessen die geforderte, gemeinsame Veranstaltungs-GmbH zunächst allein gegründet, doch soll die bisher zögerliche Arbeitsgemeinschaft nunmehr kurzfristig einsteigen. "Partner für Spandau - Gesellschaft für Bezirksmarketing" heißt das Unternehmen, das künftig Feste auch in anderen Ortsteilen organisieren könnte. Die Namensverwandtschaft mit "Partner für Berlin" ist dabei durchaus gewollt.

Da die Eintragung ins Handelsregister einige Monate benötigt, sollen beide Organisationen baldmöglichst einen gemeinsamen Antrag für den Weihnachtsmarkt 2001 stellen. Nach Erlangung der Rechtskraft wird dieser dann auf das Gemeinschaftsunternehmen übertragen.

Vergessen war da die zuvor noch geäußerte Kritik an der Qualität der zurückliegenden Veranstaltung, die wieder eine Million Besucher in die Altstadt lockte. Partei- und vereinsübergreifend versicherte man sich gegenseitig, dass es eigentlich doch eine gelungene Veranstaltung war. Das wirtschaftliche Ergebnis wird erst Ende des Monats feststehen, teilte die amtierende AG-Vorsitzende Ingrid Jahn mit. Bei einem 67-prozentigen Anteil von Imbissbuden und allgemeinem Handel bleibt die für die neue GmbH angestrebte Gemeinnützigkeit allerdings auf der Strecke. Doch auch so sollen Überschüsse in andere Veranstaltungen investiert werden. So stellt sich Stadtrat Hanke eine langfristige Vergabe der Marktrechte für "10 oder 15 Jahre" an die "Partner" vor.

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