PARTY Gänger : Felix

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Die Nacht riecht hier nach schwerem Parfüm und Extase. Es ist heiß, es ist eng, es ist stickig. Durch den Raum wabert Musik, die man aus dem Radio kennt, Charthits verbinden sich mit diffusem Stimmenwirrwarr. Wer schlau ist, stellt das Reden ein, um seine Stimmbänder zu schonen. Und wer kann, rettet sich an die Bar und ordert einen Wodka. Den braucht man im Felix.

Müsste man dem Club auf der Rückseite des Adlons eine Herkunft zuordnen, so würde man sie in Osteuropa verorten, und das ist keineswegs despektierlich gemeint: Auf seine sehr spezielle Art ist der Laden laut und schrill und bunt und einladend. Vermutlich kann man seinen Kopf nirgendwo sonst besser abschalten als hier. Das Felix ist keiner dieser bemüht lässigen Clubs, in denen alles möglichst beiläufig wirken soll: die Musik, die Gespräche, die Posen. Das Felix verstellt sich nicht, um cool zu sein, und um Coolness geht es hier auch nicht. Das Interieur glänzt und leuchtet, an der Decke hängen Discokugeln, sie brechen das Licht der Strahler und hüllen die Menschen auf der Tanzfläche in einen verführerisch glitzernden Mantel. Die zuckenden Körper sind eine ideale Projektionsfläche – David LaChapelle, der berühmte amerikanische Fotograf und Regisseur, hätte das nicht besser in Szene setzen können.

Um die perfekte Inszenierung geht es nicht nur den Betreibern des Clubs, sondern auch den Gästen. Frauen tragen hier mehr Make-up im Gesicht als Stoff am makellosen Körper. Männer lassen die oberen Knöpfe ihrer Hemden gerne offen und frisieren ihre Haare mit viel Gel modern nach oben, was bei den weiblichen Besuchern offenbar gut ankommt. Auf der Tanzfläche sieht man viele eng umschlungene Paare – im Felix findet zusammen, was zusammen gehört, was einander verdient, von der Empore kann man das gut beobachten.

Gelegentlich verschlägt es auch Promis hierher. Boris Becker war da und Paris Hilton auch. Kid Rock, Alicia Keys und Uma Thurman kamen vor zwei Jahren sogar gemeinsam, sie waren für einen Auftritt bei „Wetten, dass…?“ in der Stadt, und im Internet gibt es Fotos von diesem Besuch. Sie zeigen Uma Thurman, die beim Rauchen von Menschen umringt wird, und Kid Rock, der sich auf einem der beigefarbenen Ledersofas breit macht. In seinen Arm schmiegt sich eine dunkelhäutige Schönheit. Wie viel der Musiker davon mitbekommen hat, darüber kann man nur spekulieren. Auf den meisten Fotos sieht es so aus, als ob seine Augen geschlossen sind. Aber auf seinem Gesicht zeigt sich ein zufriedenes Lächeln. Nana Heymann

Behrenstraße 72 in Mitte. Geöffnet: montags ab 23 Uhr, donnerstags ab 21 Uhr, freitags und samstags ab 23 Uhr

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