Berlin : Pass und Führerschein sind schneller fertig

Landes- und Bürgerämter arbeiten jetzt mit einer neuen Software So sollen die Bürger Zeit sparen – und die Behörden Geld

Tanja Buntrock

Da wartet man schon recht lange in der Schlange, um sein neues Auto anzumelden, und wenn man dann endlich an der Reihe ist, dauert es nochmal, bis alle Informationen in den Computer eingegeben und die Papiere fertig sind. Das soll in Zukunft alles viel schneller gehen. Und viel bequemer für die Mitarbeiter an den Computern. Seit Dienstag nämlich benutzen das Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten (Labo) und damit auch alle Bürgerämter der Bezirke sowie die Kfz-Zulassungsstellen in Kreuzberg und Hohenschönhausen eine neue Software.

„Einheitlicher, wirtschaftlicher und sicherer“ soll nun gearbeitet werden, was dem Bürger zugute komme, sagte gestern der Staatssekretär der Innenverwaltung, Ulrich Freise. Die über 30 Jahre alte Software wurde damit ausgetauscht. Der Vorteil nun sei, dass in den Bürgerämtern und Zulassungsstellen „keine Maschine“ mehr stehe, sondern alles zentral über die Server des IT-Dienstleistungszentrum Berlin (ITDZ), dem Projektpartner für die Softwareumstellung, laufen kann. 3,9 Millionen Euro kostete die Umstellung, 1200 Mitarbeiter in den Bürgerämtern und 300 in den Zulassungsstellen mussten in den vergangenen Monaten für die neue Datenverarbeitung geschult werden.

Doch was heißt das für den Bürger? Beispiel Kfz-Zulassungsstelle: Hier werden nun die neuen EU-einheitlichen Fahrzeugdokumente (Fahrzeugschein und -brief) ausgestellt, die fälschungssicherer sein sollen. Auch sollen durch die neue Software Verbindungen zwischen der Zulassungsbehörde und der Polizei mit deren neuen EDV-System (Poliks) einfacher werden. In den Bürgerämtern ließe sich die neue Meldewesen-Software von den Mitarbeitern am Computer leichter bedienen, erklärt Freise. Die Bescheinigungen, die den Bürgern ausgestellt werden, hätten ein besseres Layout und auch die Verbindung beispielsweise zur Software der Standesämter sei verbessert worden. Die elektronischen Daten könnten nun über die neue EDV direkt an die Bundesdruckerei übertragen werden: Damit sollen Personalausweise und Reisepässe schneller ausgestellt werden. „Dadurch, dass alles gebündelt wird und weniger Aufwand entsteht, werden erhebliche Steuermittel gespart“, erklärt Freise einen weiteren Vorteil der EDV-Umstellung.

In den nächsten Monaten werden das Ausländerregister sowie das Führerscheinregister mit der neuen Software ausgestattet.

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