Berlin : Passend zum Motto "Helsinki in Berlin" bringt Boney M. die Finnen ins Schwitzen

Heidemarie Mazuhn

Boney M, The Temptations, Los Paraguayos und die Magic Platters sind die Stars des 11. Europäischen Presse- und Funkballs. Der Ball am Sonnabend hat das Motto "Finnland in Europa - Helsinki in Berlin" . Angesagt haben sich der finnische Staatspräsident Martti Ahtisaari und die Oberbürgermeisterin von Helsinki, Eva-Riitta Siitonen.

Im längst ausverkauften ICC bitten außerdem die Finnair-Big-Band und Jazz-Combo, die Tango- und Schlagergruppe "Agents" und die Folkloregruppe "Soitimella" sowie dem Lenni Kalle Taipale Trio. Wer frühzeitig im Ballsaal ist, sieht einen Finnlandfilm. Dass überall weiß-blau-weiß dekoriert wird, ist selbstverständlich.

Wenn alles so wird, wie es Jürgen Grimming, Geschäftsführer des Journalisten-Verbandes Berlin, anpries, wird es "hinreißend". So lobte er auch einen fahrbaren Gewinn - wie immer auf die Nietenlose - für 35 728 Mark. Und wer Pech hat und reineweg weder auf eine Niete ein Auto, Euro-Aktien, eine Luxus-Kreuzfahrt für 30 280 Mark noch in der Tombola nicht mal eine klitzekleine Käsereibe gewinnt, der bekommt zumindest eine Damen- oder Herren-Tüte mit auf den Heimweg. Die Damen-Spende des diesjährigen Balls - ein weißes Frottierhandtuch der Feuersozietät Berlin - benötigten dabei sicher einige nicht erst nach der langen Ballnacht. In der kommt man unter Umständen schon beim elf Minuten langen und damit Kondition fordernden Eröffnungswalzer ins Schwitzen. Yakov Kreizberg dirigiert dazu das Jeunesses Musicales Weltorchester. Und wie viele Paare sich zu später Stunde noch neun Minuten lang im Kaiserwalzer drehen können, ist bei dreieinhalbtausend Ballgästen offen.

Den Unterschied dieses 101. Berliner Presseballs zum Bundespresseball, der 1999 auch erstmals in Berlin stattfand, erklärte gestern der Vorsitzende des Journalisten-Verbandes Berlin, Alexander Kulpok. Es sei nicht nur die "andere Konstruktion und andere Absichten", sondern vor allem die Wohltätigkeit. Allein mit 300 000 Mark unterstütze man jährlich bedürftige Journalisten, 600 000 Mark gebe man unter anderem für Bildungsarbeit aus. Dafür lohnt sich der Balleinsatz - 500 Mark zum Sitzen, 400 Mark zum Flanieren.

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